Mit „Kosmo & Klax“ hat
Alexandra Helmig hat zwei unvergleichliche Figuren für Kinder
geschaffen. Kosmo, das Eichhörnchen, und Klax, ein kleiner roter Ball,
verbindet eine dicke Freundschaft. Gemeinsam erleben sie durch das ganze
Jahr und alle Jahreszeiten hindurch viele kleine Abenteuer. Lustig im
Geschehen, drückt das schön und passend
illustrierte Buch doch auch immer das Tiefere in Natur, Landschaft und
den Wesen dieser Welt aus. Die Ausdrucksweise ist klar, die Sätze kurz.
Dieser Ton ist es, durch den die kleinen Zuhörer sich ernstgenommen
fühlen, der sie anspricht und mitreißt. Die vorlesenden Erwachsenen
finden sich schnell in das Buch ein und können die Freude der Kinder
teilen. Stilistisch knüpft "Kosmo & Klax" an eine Tradition in der
deutschsprachigen Kinderliteratur an, die in ihrer Lakonie volle, bunte
Bilder entwirft, und fügt ihr ein neues, nicht zu missendes Werk
hinzu.
Ab 6
Peter Schwindt:
"Drei
Bären in der Nacht"
Mit Illustrationen von
Björn Pertoft
Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2007
118 S., Euro
9,95
ISBN: 978-3-473-34713-1
Aus der Begründung:
„Drei Bären in der
Nacht“ ist von der ersten bis zur
letzten Seite ein originelles und in
sich stimmiges Buch. Es schafft sich
sein eigenes Milieu und entwickelt
daraus eine spannende und
einzigartige Geschichte. Die
ausrangierten Bären, die sterben
müssen, wenn kein Kind sie mehr
liebt, trifft die jungen Leser
mitten ins Herz;
die Teddy-Bar, um die die Geschichte
rankt, amüsiert die erwachsenen
Vorleser. Das Nebeneinander von Gut
und Böse und die Unsicherheit, wer
auf welcher Seite steht, bringt
Kindern erste literarische
Vexierspiele nahe, wie sie für das
Kunstverständnis unverzichtbar sind.
"Drei Bären in der Nacht" gesellt sich zu den
Klassikern der Vorweihnachtszeit,
man kann es immer wieder vorlesen
und die schöne Erinnerung daran den
Rest des Jahres
gemeinsam pflegen.
Ab 7
Beate Kirchhof:
"Frieda und ihre Brüder"
Mit Illustrationen von Katja Bandlow
Wien: Picus 2007
106 S., Euro 10,90
ISBN: 978-3-85452-896-8
Aus der Begründung:
„Frieda und ihre Brüder“ ist ein Buch, an dem sich die ganze Familie
freuen kann. Beate Kirchhof nimmt die Perspektive der fünfjährigen
Frieda ein, die ihre kleinen, für sie ganz großen Erlebnisse in Episoden erzählt.
Der freundliche Tonfall des Buches entstammt zwar der Kinderwelt,
erfüllt aber literarische Ansprüche und entwickelt bei den kleinen
Zuhörern und Selbstlesern einen Sensus für die gelungene Beziehung von
Hoch- und Umgangssprache. „Frieda und ihre Brüder“ sticht stilistisch
heraus und ist nach wenigen Sätzen unverkennbar; ein Gewinn für die
Kinder.
Ab
10
Kristina Dunker:
"Hochspannung, hier wohnt Leo!"
München: dtv 2007
219 S., Euro 6,95.-
ISBN:
978-3-423-71231-6
Aus
der Begründung:
Hier belebt ein
gekonnt komponiertes Buch
die Gattung Kinderroman:
„Hochspannung, hier wohnt Leo!“ ist ein Markstein in der
deutschsprachigen Kinderliteratur in der Lesealtersgruppe ab 10. Es
bleibt für Heranwachsende als
großes Leseerlebnis haften. Die Atmosphäre einer untergehenden
Welt, die ein einziger Junge zu erhalten sucht, nimmt die Leser ebenso
gefangen wie die einfühlsame Schilderung des Gefühlslebens der Teenager.
Die Atemlosigkeit des Abenteuers lädt dazu ein, das Buch in einem Rutsch
zu lesen. Die Sprache ist der Zielgruppe vertraut, ohne sich
anzubiedern. Das sehr glückliche Happy-End führt dann zurück ins
kindlichere Hoffen; hervorragend changierend wie das ganze Buch zwischen
Erwachsenwerden und Kindsein. In „Hochspannung, hier wohnt Leo!“
verbindet sich Lesespaß mit Anspruch.
Für
alle
Thierry Benquey:
"Jenseits der Farben"
Deutsche Fassung von Anne Bartsch
Mit Bildern von Marisa Jacobi
Verlag Tby-liber 2007
32 S., Euro 12,90
(zzgl. 2 Euro Versandkosten)
ISBN: 978-3-00-021421-9
Nur über den Verlag bestellbar! Bestelladresse:
thierry@tby-liber.com; Näheres unter www.tby-liber.com
Aus
der Begründung:
„Jenseits der Farben“
ist ein eindringliches Buch. Es verlangt danach, dass beim Vorlesen immer
einmal wieder innegehalten und mit den Kindern (ab 7) über die
Handlung gesprochen wird - darüber, wie die beiden Freunde Lucien und Benjamin die Welt hinter dem
Spiegel, die Welt jenseits unserer Welt und Wahrnehmung erleben. Die
Intensität, mit der das Erleben, Erduften, Erfühlen von Farben
geschildert wird, ist einzigartig, wie überhaupt ein Buch wie „Jenseits
der Farben“ nach seinesgleichen sucht. Ursprünglich auf Französisch
geschrieben, aber nur in dieser deutschen Fassung als Buch erschienen,
ist es auch sprachlich vollkommen eigen und herausragend. So wird bestes
Bühnendeutsch zu Leben erweckt. Die Herausforderung, die das Buch durch
Ausrufe und lange Passagen wörtlicher Rede für den Vorleser bedeutet,
wird durch die enorme kulturelle Horizonterweiterung für die Zuhörer
gedankt. Um den grundsätzlichen Fragen nach Leben und Tod nicht
ausweichen zu müssen, empfiehlt es sich für Eltern, „Jenseits der
Farben“ vorab allein gelesen zu haben. Die Kinderliteratur hat mit
diesem Solitär ein prägendes Werk hinzugewonnen.