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Empfehlungsliste:

Deutschsprachiges  Qualitätskinderbuch 2009

 

 

 

 

Die empfohlenen Bücher:

 

 

Ab 4

Alexander Kostinskij:

„Frosch und Hase“

Mit Bildern von Brigitte Püls

St. Michaelsbund 2008

24 S., Euro 16,90

ISBN 978-3-939905196

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

Alexander Kostinskij hat mit seinem Buch „Frosch und Hase“ eine außergewöhnliche Liebesgeschichte geschaffen, eine Liebesgeschichte für Kinder, unter Verzicht aller Stereotypen und Sentimentalitäten. Die kunstvoll eingesetzten stilistischen Mittel bringen den kleinen Lesern eine Sprache nahe, die für sie ein festes Fundament für literarisches Gespür werden kann. Die Tradition des mündlichen Erzählens, in der die Geschichte steht, lässt sie noch beim Vorlesen weiter gedeihen und fügt ihr durch den ins Buch tretenden Erzähler die Dimension hinzu, zu einem Hausschatz für die Familie zu werden. Kostinskij, auch hier wieder als Meister seines Fachs ausgewiesen, macht alte Erzählgattungen für die Moderne poetisch urbar. „Frosch und Hase“ ist in seinem hochliterarischen Augenzwinkern und seinem Tiefgang ein Abenteuer, wie es seinesgleichen sucht.

 

 

 

 

Ab 5

Martin Ebbertz:

"Der kleine Herr Jaromir findet das Glück"

Patmos 2008

102 S., Euro 10,90

ISBN: 978-3794161010 

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

„Der kleine Herr Jaromir findet das Glück“ ist Geschichte für Geschichte das Erlebnis einer poetischen Sicht auf die Welt. Die Hauptfigur Herr Jaromir sieht die Dinge und Geschehnisse des Alltags als in ihnen völlig ungeübter Zeitgenosse. Er deutet nichts so, wie es täglich als normal vorausgesetzt wird, er deutet alles derart um, wie es eben auch sein könnte. In einem gekonnt scheinbaren Gegensatz dazu steht die ruhige Sprache. Dadurch, dass sie nie überdreht, lässt sie die Gutgläubigkeit und Arglosigkeit des Herrn Jaromir zu einer gültigen Handlungsweise werden. Das ständig Unerwartete, das dieses Buch trägt, ist eine lyrische Widerspiegelung der kindlichen Lebensperspektive. Martin Ebbertz ist es durch hohes schriftstellerisches Können gelungen, den ausgetrampelten Pfad der Außenseiterliteratur im Kinderbuch zu verlassen und sie mit Herrn Jaromir durch einen sehr ernsthaften, neuen Charakter zu bereichern.

 

 

 

 

Ab 6

Christoph Simon:

„Häsin Mels und Hase Fitz und der Teichgruselgolz“

Mit Bildern von Tobias Sturm

Kyrene Verlag 2008

102 S., Euro 16,90

ISBN 978-3-900009380

 

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

„Häsin Mels und Hase Fitz und der Teichgruselgolz“ ist ohne Beispiel. Wirkt es zunächst gängig, sprechende Tiere als Hauptfiguren, Hase und Füchse im Widerstreit einzusetzen, durchbricht Christoph Simon vom ersten Satz an jedes Klischee. Er stellt die trägen und eingeübten Lesarten auf den Kopf, kann Tabuisiertes auflösen und dadurch einen neuen, kräftigen Humor durch seinen Roman fließen lassen. Die durch und durch originelle Handlung wird in einer ästhetisch anspruchsvollen Sprache dargeboten. Dazu hat das Buch einen Schwung, wie er für Kinder ideal ist. Überbordend Dichterisches, von handwerklich perfektem Schreiben zusammengehalten: Darin erinnert Simon tatsächlich an Morgenstern, von dem der „Golz“ als Ausgangsidee stammt. Ansonsten gibt es keine literarischen Brücken von diesem Buch zu anderen. In der literarischen Tradition können ihm nur große Einzelwerke Pate stehen, und in seinen Eigenheiten ist es unnachahmlich.

 

 

 

 

Ab 9

Franziska Groszer:

„Anton und das unheimliche Haus“

Mit Bildern von Jara Capek

Edition quinto 2008

108 S., Euro 10, 90

ISBN 978-3-89835-872-9

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

„Anton und das unheimliche Haus“ ist ein Kinderroman, der dem Anti-Helden zu neuer Blüte verhilft. Die Erfahrung, der Nichtskönner zu sein, wird nicht zu Späßen verarbeitet, sondern zu einer nachempfindenswerten Prosa gefertigt. Die Zwanghaftigkeit der Hauptfigur ist eine Seite der Kindheit, die jüngere Leser gut kennen, genau wie die jenseits der erklärbaren Realität stattfindenden Ereignisse, die einfach durch das Herbeiwünschen eintreten. Franziska Groszer lässt nicht die Außenwelt böse in Antons Leben einbrechen, sondern entwickelt die innere Dramatik des Buches durch feindliche Eltern. Antons Perspektive muss die Wirklichkeit brechen, um diese Konflikte auszuhalten, bis er sich, ganz ohne eigene Schuld, befreien und lösen kann. Ein Kinderroman, literarisch ebenbürtig zu den Romanen der Literatur für Große, auch durch seine geschmeidig eingefügten lustigen Passagen.

 

 

 

 

Ab 12

Jan Koneffke:

„Die Sache mit Zwille“

Hanser Verlag 2008

208 S., Euro 14,90

ISBN 978-3-446230941

 

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

In Jan Koneffkes Buch „Die Sache mit Zwille“ wird die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens einfühlsam dargestellt. In einem nie anzüglichen Ton ist hier der Mensch in seinem Kern sowohl bei dem Schutz suchenden Kinde als auch beim stürmisch Heranreifenden erkennbar. Das literarisch komplexe Entrollen nicht-reflektierter Handlungen dokumentiert die Nähe zu diesem wichtigen Lebensabschnitt. Die inneren Spannungen sind für junge Leser fühlbar und geben ihnen ein Denken mit, mit dem sie sich gegen das infantilisierende Konsumieren, das ihnen als Placebo für Erwachsenenwerden geboten wird, wehren können. „Die Sache mit Zwille“ erliegt nie der Gefahr, zu einem verkitschten Problembuch zu werden, weil es mit literarisch geübtem Griff das optimistisch Zukunftsweisende der Pubertät nicht vergisst. Es gehört zur ersten Riege der Adoleszenzliteratur. 

 

 

 

Hoch

 

 

   
 

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