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Ausschreibung Empfehlungsliste: Deutschsprachiges Qualitätskinderbuch 2011

Wir erstellen die Empfehlungsliste: Deutschsprachiges Qualitätskinderbuch. Sie hat sich als unabhängiger Literaturpreis etabliert, der ausschließlich Werke besonderen literarischen Niveaus auszeichnet.

Es werden fünf Bücher aufgenommen, eingeteilt nach Lesealter.

Kriterien:

- Originalsprache deutsch

- Erscheinungsjahr 2010

- Hohe literarische Qualität (insbesondere, inwieweit das Gespür für Sprachkunstwerke bei den lesenden Kindern entwickelt wird)

- Wirkung auf die lesebegleitenden Eltern (insbesondere, inwieweit in der Familie das Buch als Kulturgut aufgenommen werden kann)

- Bedeutung innerhalb der Kinderliteratur

Die Bücher können von jedem eingereicht werden. Wir freuen uns auf Zusendungen bis zum 30. Januar 2011. Die Veröffentlichung der Empfehlungsliste erfolgt im März 2011.

 

Organisatorische Leitung der Jury 2011: Dr. Mareile Herbst, Chefredakteurin von Librikon.de

Die Jury wird anonym bleiben; Einflussnahme ist völlig ausgeschlossen.

 

Einsendungen bitte an:

Redaktion Librikon.de

- Empfehlungsliste –

z. Hd. Frau Dr. Mareile Herbst

Joachim-Karnatz-Allee 1

10557 Berlin

 

 

 

 

Empfehlungsliste:

Deutschsprachiges  Qualitätskinderbuch 2010

 

 

 

 

Die empfohlenen Bücher:

 

 

Ab 4

Peter Turrini:

"Was macht man, wenn ...: Ratschläge für den kleinen Mann"

Mit Illustrationen von Verena Ballhaus

Betz 2009, 23 Seiten, Euro 14,95

ISBN: 978-3219114027

 

Aus der Begründung:

Lebenserfahrung sammelt man nicht nur, um seinen eigenen Entscheidungen besser treffen zu können, sondern auch, um sie an andere, an jüngere  -und warum nicht an Kinder?- weiterzugeben. Dieser Leitsatz könnte über „Was macht man, wenn … Ratschläge für den kleinen Mann“ stehen. Peter Turrini gibt Tipps für Situationen, mit denen sich Kinder konfrontiert sehen: Wenn man angeschimpft wird, wenn ein Löwe daherkommt, wenn man zu einem feinen Essen mitgehen muss. Turrini schafft die Bilder, vertraut den kleinen Zuhörern, dass ihr Gefühl für die Malaise niemals trügt, und gibt ihnen genau darum, aus ihrer eigenen Kraft heraus. die Worte und Taten für eine Reaktion. Der Sprachwitz, das hohe Spiel mit stilistischen Mitteln, ist ein Genuss, eben weil Turrini nichts auf Kosten der Kinder gehen lässt.        

 

 

 

 

Ab 5

Gesa Glück:

„Ich mag keine Suppe“

Mit Illustrationen von Gerhard Glück

Lappan 2009

40 Seiten, Euro 14,95

ISBN: 978-3830311454

 

 

 

Aus der Begründung: 

Die Geschichte vom Jungen, der seine Suppe nicht mag, ist traditionsreich. Was ihm hier widerfährt –aus der Suppe taucht ein U-Boot auf-, ist noch nicht dagewesen und eine Variante, die nicht von pädagogischem Impetus, sondern von Phantasie getragen wird. „Ich mag keine Suppe!“ bleibt auch stilistisch immer beim Ich-Erzähler, es ist die Perspektive des Jungen, die durchgängig und eindeutig gehalten wird. Das gibt dem Buch seinen besonderen Klang. Für das Familienleben hat Gesa Glück damit eine freudige Bereicherung geschaffen.

 

 

 

 

Ab 5

Christine Nöstlinger:

"Die Sache mit dem Gruselwusel"

Mit Illustrationen von Franziska Biermann

Nilpferd in Residenz 2009

64 Seiten, Euro 14,90

ISBN: 978-3701720606

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

Es ist die alte Story vom fremden Wesen, das ins Leben eines Menschen tritt und alles durcheinanderwirbelt. Hier ist es das “Gruselwusel“, das sich ein kleiner Junge bastelt, um seine Schwester in Angst zu versetzen und das dann lebendig wird. Christine Nöstlinger erzählt sie mit Verve und Sinn für Komik. Sie ist, wie von ihr gewohnt, ganz nah am echten Kinderleben und versteht es, auch die harten Seiten in einem Ton zu schildern, der ihnen einen Wert gibt. Die praktischen Lösungen sind das Schöne am Leben, für diese Erkenntnis hat Nöstlinger die richtige literarische Passform.

 

 

 

 

Ab 8

Brigitte Jünger:

„Der Tontsch“

Jungbrunnen 2009

109 Seiten, Euro 13,90

ISBN: 978-3702658120

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

Dieser Roman ist ein literarisch ernsthaftes Werk, das bestätigt, wie hoch das Niveau au bei Kinderbüchern sein kann. Der Tontsch, so wird Anton genannt, ist im Heim, bis seine schwerkranke Mutter wieder gesund ist, sie holt ihn ab, wie ein Wunder ist es, sie ist fröhlich und liebt ihren Sohn. Doch dann wird er in der Schule gequält, von einem Lehrer gar in einen Schrank gesperrt. Ein düsteres Buch wäre es, wenn es sein sehr genaues und mit Bedacht gesetztes Tempo nicht beständig einhielte; es treibt den Leser mit sich voran und hält ihn mit sich auf, immer passend. Dass eine stilistisch sichere Darstellung ein Eigengewicht sein kann, dass nicht nur das Was, sondern vor allem das Wie ein Kunstwerk ausmacht, das vollführt „Der Tontsch“ vor den Augen der Leser. Brigitte Jünger wagt sich an eine für Kinder dramatische Tragik und löst die innere Spannung in einem guten, stimmigen Ende kindgerecht auf. Die Roman hat Tiefgang und dadurch einen festen Platz in der deutschsprachigen Kinderliteratur verdient.

 

 

 

 

Ab 8

Freya Stephan-Kühn:

"Abenteuer Altes Rom - Die Geschichte eines Weltreiches"

Mit Illustrationen von Peter Klaucke

Arena 2009

95 Seiten, Euro 12,95

ISBN: 978-3401052267

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

„Abenteuer Altes Rom“ ist ein Sachbuch, dem man anmerkt, das hier Sachverstand und Fachwissen regieren. Die Texte sind verständlich formuliert und wecken auf eine unaufdringliche Art Leidenschaft für ihr Thema. Solche Texte benötigen keine auflockernden Kästchen und keine Unterbrechungen durch bunte Bilder. Die Illustrationen passen gut dazu; es wird alles für Kinder Wichtige präsentiert, ohne je langatmig zu werden. Ein kompakter Überblick und ein Sachbuch, das inmitten des Infotainment und Wissenshäppchenaufbereitung wirklich kundig und in einem Guss präsentiert, wie gut das deutschsprachige Sachbuch sein kann.

 

 

 

 

Ab 13

Werner J. Egli:

"Heul doch den Mond an"

Kyrene 2009

220 Seiten, Euro 19,90

ISBN: 978-3900009632

 

 

 

 

 

 

 

Aus der Begründung:

„Heul doch den Mond an“ ist erstmals 1980 erschienen und erregte sogleich Aufsehen. Und noch immer ist es für jugendliche Leser entdeckenswert – seine literarische Wirkung hat sich sogar verstärkt, wurde doch nichts Gleichartiges dieses Ranges seither verfasst. Werner J. Egli hat einen für Jugendliche empfänglichen Sprachstil, der die Zeit locker überdauert hat. Eine klare, schwulstfreie Sprache, in der es trotzdem um die großen Gefühle, Liebe und Freiheit, geht. Diesen Roman zeichnet das Feeling der Jugend aus, ohne sich einer Zielgruppe oder einer Generation anzubiedern. Seine Bedeutung innerhalb der Jugendliteratur ist groß und zeitlos.

 

 

 

 

Hoch

 

 

 

   
 

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