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Empfehlungsliste: zur Ausschreibung 2012 Sonderprämierung: Internationales Kinderbuch Sonderprämierung: Bilderbuch
Internationales Qualitätskinderbuch 2011
Die empfohlenen Bücher:
Luis María Pescetti: Hoppla Natascha Mit Illustrationen von Pablo Fernández Aus dem argentinischen Spanisch von Elisabeth Anna Kleinl SchauHör Verlag 2010 113 Seiten, Euro 9,95 ISBN: 978-3-940106-06-3
Aus der Begründung: "Hoppla Natascha" des Argentiniers Luis Maria Pescetti ist ein erzählendes Kinderbuch, das seinesgleichen sucht. Es besteht ausschließlich aus Dialogen. Nataschas Beiträge sind kindlich, aber witzig, intelligent und temporeich. Damit lädt das zweisprachige Buch natürlich auch in die Lektüre der anderen Sprache ein. Die ganz eigene Weltsicht und die andern Denkweise von Natascha ist geradezu ein Lehrstück, wie gute Kinderliteratur gestrickt sein kann. Humorvoll und mit Niveau - ein Lesevergnügen, das Kindern zu gönnen ist.
Kristin Clark Venuti: Abschied von den Bellwaters Aus dem Amerikanischen von Werner Leonhard Mit Illustrationen von Lizzy Bromley Jacoby und Stuart 2010 240 Seiten, Euro 12,95 ISBN 978-3941087842
Aus der Begründung: „Abschied von den Bellwaters“ von Kristin Clark Venuti ist ein freudiges Buch, das sich keiner billigen Pointen bedient: Es hat literarischen Witz. Mit den Protagonisten -obwohl alle originelle Typen- kann der Leser sich richtig anfreunden; die Handlungsstränge verästeln sich und führen doch locker wieder zusammen. Das erzeugt eine Lesefreude, die lange vorhält. Ein Buch, zu dem man immer wieder greift.
Philippe Bertrand: Der Krieg der Gemüse: Eine illustrierte Chronik Aus dem Französischen von Egbert Baquè Knesebeck Verlag 2010 64 Seiten, Euro 11,95 ISBN-13: 978-3868732573
Aus der Begründung: „Der Krieg der Gemüse“ von Philippe Bertrand gehört in Stil und Wortschatz dem immer kleiner werdenden Club der Kinderbücher in sprachlich gewählter Form an. Es erfordert Aufmerksamkeit vom Leser, es erfordert auch mal eine Erklärung durch die Eltern, und jedes Bemühen lohnt sich: Die Lektüre ist ein Hochgenuss für alle. Kinder vermögen in dieses exzellent ins Deutsche übersetzte Werk einzutauchen, auch wenn es eine gänzlich neue Ideenwelt abbildet. Das Gegeneinander der Gemüsesorten bringt sie dazu, die Kriegsparteien zuzuordnen und im nächsten Schritt, die Unsinnigkeit der Kriegshandlungen zu verstehen. Der konsequent an eine Chronik angelehnte Aufbau bringt Sortierung in ein absurdes Theaterstück, mit dem man bei aller Leichtigkeit der originellen Ideen lange beschäftigt ist. Die Illustrationen -das rundet dieses herausragende Büchlein ab- passen in Güte und Ausführung wundervoll zum Text.
Bilderbuch 2010
Die empfohlenen Bücher:
Mandana Sadat: Mein Löwe Peter Hammer Verlag 2010 24 Seiten, Euro 9,90 ISBN: 978-3779502937
Aus der Begründung: „Mein Löwe“ ist ein Bilderbuch ohne Worte, das dennoch eine gewaltige Geschichte erzählt. Die Farben sind expressiv, aussagereich, nicht naturgetreu, die kindnahen Proportionen lassen Identifikation zu, die wenigen, treffend eingesetzten Details lassen den Betrachter mitfühlen. Die Erzählung vom Jungen, der von einem Löwen beschützt wird, kann von Kindern und Eltern auf der Grundlage der Bilder immer neu erzählt werden. Ein Buch, das die Phantasie anregt und lebendige Buchbetrachtung in die Familie bringt.
Magali Le Huche: Super-Edgar, Retter der Schmusetiere: Eine Verfolgungsjagd Aus dem Französischen von Anima Kröger Beltz Verlag 2010 16 Seiten, Euro 12,95 ISBN: 978-3407794192
Aus der Begründung: Es ist mit „Super-Edgar, Retter der Schmusetiere“ von Magali Le Huche ein Pappbilderbuch für die kleinen Betrachter zu haben, das trotz der kindgerechten Umsetzung eigene, reife Wege in der Illustration geht. Die Farbwahl ist sehr hell, im Vergleich zu anderen für die Zielgruppe angefertigten Bildern schlicht und ruhig. Das Mischmasch aus Textstückchen und Bebilderung und die Einladung zum Mitmachen ergeben trotz Vielfältigkeit ein stimmiges Ganzes. Die Annahme, man könne Kinder von drei Jahren mit anderem als Süßlichkeiten begeistern, besteht „Super-Edgar“ vollauf.
Amy Krouse Rosenthal: Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte Mit Illustrationen von Jen Corace Aus dem Amerikanischen von Anu Stohner Hanser Verlag 2010 36 Seiten, Euro 9,90 ISBN: 978-3446234673
Aus der Begründung: „Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte“ von Amy Krouse Rosenthal hat den Mut zum weißen Hintergrund (Illustrationen: Jen Corace). Der geradezu zum Ausschneiden reizende Bilderteppich entspricht den kurzen, handlungsbezogenen Sätzen. So unabhängig wie die Gestaltung ist auch die Handlung - die verdrehte Welt, in der die Eule ins Bett möchte und die Eltern sie zum Wachbleiben zwingen wollen. Das humorige Neusehen, die Verfremdung des Bekannten gibt den kleinen Betrachtern einen ersten Einblick in höhere literarische Verfahren. Dieses Bilderbuch als weiteren Beitrag zur Einschlaf-Problematik zu lesen, wird dadurch verhindert, dass es Individualität vor kollektive Regeln stellt. „Die kleine Eule, die nicht immer so lange aufbleiben wollte“ hat einen festen Platz im Bilderbuchregal verdient.
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