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...aus Island
von unserer Korrespondentin Brigitte Bjarnason, Hafnarfjödur
Die isländische Autorin Kristín Helga
Gunnarsdóttir erhielt den Westskandinavischen Kinderbuchpreis 2008
Die isländische Kinderbuchautorin Kristín Helga Gunnarsdóttir
erhielt dieses Jahr für ihr Buch “Draugaslóð” (Geisterspur) den
Westskandinavischen Kinderbuchpreis. Eine Jury mit Vertretern aus
Island, Grönland und den Faröer Inselnder wählt alle zwei Jahre den
Preisträger aus.
Kristín Helga Gunnarsdóttir erzählt die Geschichte des dreizehnjährigen
Eyvindur, der in seinen Träumen Hinweise von seinem verstorbenen
Großvater erhält, die das Verschwinden zwei schottischer Jungen
aufklären. Die Vermischung von Traum und Wirklichkeit, das
Hineinflechten isländischer Volkssagen und ein spannender
Handlungsablauf überzeugten die Jury bei ihrer Auswahl. Kristin Helga
Gunnarsdóttir wählt als Kulisse ihres Romans das raue isländische
Hochland, wo die geisterhaften Geschichten von Geächteten auch in
heutiger Zeit nicht an Glaubwürdigkeit verloren haben.
Isländischer Kinderbuchpreis 2008
Der junge Autor Gunnar Theodór Eggertsson erhielt für sein erstes
Buch „Steindýrin“ (Steintiere) den isländischen Kinderbuchpreis 2008.
Nach Meinung der Jury handelt es sich hier um ein spannendes originelles
Abenteuerbuch, dessen Inhalt auf Volkssagen und Märchen aufbaut.
Als plötzlich alle Tiere in ihrem Dorf zu Stein werden und die
Erwachsenen davon nichts merken, beschliessen Gunnar und seine Freunde,
diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. In einer Höhle begegneten ihnen
geisterhafte Wesen, die ihnen mit Zauberpflanzen und gutgemeinten
Ratschlägen helfen, sich auf eine gefährliche unterirdische Weltreise zu
begeben, um das Wesen zu finden, das nicht nur die Tiere sondern die
ganze Menschheit bedroht.
Gespenster im Moor
"Gespenster im Moor" lautete die Überschrift des internationalen
Kinderliteraturfestivals, das vom 19.-23.September 2008 im
Skandinavienhaus in Reykjavík stattfand. 14 Autoren aus acht
verschiedenen Ländern lasen ihre Gespenstergeschichten vor. Zwischen den
einzelnen Lesungen schaute der hauseigene Kellergeist des
Skandinavienhauses vorbei, damit dem Publikum ja nicht das Gruseln
verging. Die deutsche Fantasyautorin Nina Blazon war ebenfalls Gast des
Festivals. Sie war erstaunt, wie wenig Angst die Kinder beim Erscheinen
des unheimlich aussehenden Gespenstes zeigten. Isländische Kinder
wachsen mit Geschichten von Geistern, Trollen und Elfen auf. Diese
übernatürlichen Wesen gehören zum Alltag der Isländer und wirken auf die
Kinder eher amüsant als furchterregend.
Zum Anlass des Festivals war ein Schreibwettbewerb für
Gespenstergeschichten ausgeschrieben worden. Bekannte und nicht bekannte
isländische Autoren nahmen daran teil. Die 16 besten Geschichten wurden
in einem Buch veröffentlicht.
Gespenstergeschichten waren und sind immer noch ein beliebtes
Lesefutter, insbesondere der jüngeren Generation, das hat sich wieder
einmal bei diesem unterhaltsamen Gruselfestival bestätigt.
Das
beliebteste Kinderbuch
(bb) Zum siebten Mal wählten im
Frühjahr dieses Jahres die isländischen Grundschüler, sowie junge
Bibliotheksbesucher, zwei ihrer im Vorjahr erschienenden
Lieblingsbücher. Die zur Wahl stehenden Bücher wurden in zwei Kategorien
eingeteilt: Kinderbücher isländischer Autoren und in die isländische
Sprache übersetzte Bücher. Etwa 5000 Kinder nahmen an der Wahl teil.
Zum Lieblingsbuch der Kinder in der
Kategorie isländischer Autoren wurde das Buch Loforðið (Das Versprechen)
von Hrund Þórsdóttir gewählt. In der Kategorie ausländischer
Bücher bekam das Buch High School Musical von Peter Barsocchini die
meisten Stimmen. Der gleichnamige Disneyfilm war ebenso wie das Buch ein
Riesenerfolg in den USA und begeistert nun auch die isländischen
Teenager.
Das Buch Loforðið – Das Versprechen
behandelt im Gegensatz zu High School Musical ein wesentlich ernsteres
Thema. Die beste Freundin der elfjährigen Ásta stirbt nach langer
schwerer Krankheit. Sie hinterlässt ihr ihr Tagebuch. Das Tagebuch hilft
Ásta durch die Zeit der Trauer und ermuntert sie, trotz des schweren
Verlustes, ihr Leben zuversichtlich und erfüllt weiterzuleben.
Das erste Kinderbuch der Autorin
wurde nicht nur von den Kindern zum beliebtesten Buch gewählt, sondern
erhielt ebenfalls den isländischen Kinderbuchpreis. Die Autorin schreibt
über die oft verdrängten Themen Tod und Trauer auf
einfühlsame aufrichtige Weise und gibt Kindern, die mit dieser
Situation konfrontiert werden Mut und Zuversicht mit auf ihren
Lebensweg. Es wird nichts verschönert, nichts verdrängt. Die
schmerzvolle Erfahrung des Verlustes eines geliebten Menschen bleibt
schmerzvoll. Trauer braucht Zeit. Zurück bleibt die Erinnerung und die
Einsicht, das das Leben weitergeht.

Hoch
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Dimmalimmpreis
2007
(bb) Den Dimmalimmpreis 2007 für die
beste Kinderbuchillustration erhielt die Kinderbuchautorin und –illustratorin
Sigrún Eldjárn für die Illustration des Kindergedichtbandes „Gælur,
fælur og þvælur“. Die Gedichte stammen von dem Bruder der Illustratorin,
dem Schriftsteller Þórarin Eldjárn. Dem Buch liegt eine Cd bei, auf der
die Verse in Liedform nach alter isländischer Tradition vorgetragen
werden.
Die farbenfrohen klaren Zeichnungen
unterstreichen den kraftvollen, fröhlichen Ton der Gedichte.
Illustrationen und Gedichte bilden eine harmonische Einheit. Die
kleinen, in jeder Illustration versteckten Mäuse, ziehen den kleinen und
großen Buchbetrachter unwillkürlich in den Inhalt des Bildes und des
Gedichtes hinein. Die einfachen leichtverständlichen Verse erzählen von
einer Spinne, die zu einer Flugreise nach Kanada eingeladen wird, einem
traurigen Goldfisch, das Dasein eines Regenwurms, die aufregende Welt
der Bücher und anderen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Ereignissen.
Das Buch ist ein Augen- und Hörschmaus für große und kleine Leser und
weckt das etwas abgekühlte Interesse an gereimten Versen wieder auf.
Kinderbuchpreis
der Stadt Reykjavík
(bb) Bryndís Guðmundsdóttir erhielt
in diesem Jahr den Kinderbuchpreis des Kulturrates der Stadt Reykjavík
für ihr Buch “Einstök mamma”. Den Preis für das beste übersetzte Buch
erhielt Magnús Ásmundsson für „Dansar Elías“ nach der schwedischen
Autorin Katarina Kieri.
Das Buch “Einstök mamma” (eine ganz
besondere Mutter) handelt von dem Mädchen Ásdís, dessen Mutter gehörlos
ist und sich auf andere Weise als durch Sprache verständlich
machen muss. Die Autorin beschreibt einfühlend die Gefühlswelt des
Mädchens, die Reaktion ihrer Umgebung auf die Gehörlosigkeit der Mutter
und das nicht immer komplikationslose Leben in der Familie. Mit dem Buch
werden Kinder darauf aufmerksam gemacht, dass Sprache eine
Grundvoraussetzung zur aktiven Teilnahme in der Gesellschaft bedeutet,
jedoch Gehörlose sowie Ausländer oft Schwierigkeiten haben, sich
verständlich zu machen und auf Ablehnung stoßen. Toleranz gegenüber der
Andersartigkeit unserer Mitmenschen ist das Thema dieses Buches für
Kinder im Vorschul- und Kindergartenalter. Die viel gelobte
Illustration stammt von Margrét E. Laxness. (Verlag Salka)
Das 2004 in Schweden erschienende
Buch „Dansar Elías“ erzählt von einem 16 jährigen Jungen, der das
plötzliche Verschwinden seiner Mutter verarbeiten muss. Elias ist ein
nachdenklicher verschlossener Junge, der Zeit braucht sich in seinem
Leben zurechtzufinden.
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