Witzig und für die Zeit, in der man sich
seiner Gefühle nicht ganz sicher ist
Amy Ignatow: „Endlich beliebt“
Von Susan Müller
Amy
Ignatow:
"Endlich beliebt!: Ausführliche Studien
darüber, wie man cool und von allen gemocht wird, durchgeführt von Lydia
& Juli. Ein Comic-Roman im Tagebuch-Stil"
Knesebeck Verlag 2011
ISBN 978-3868731040
208 S., Euro 14,95
Lydia und Juli sind
beste Freundinnen und wären, jede für sich und zusammen, auch gern
beliebt. Sie kommen, um ihre Beliebtheitskurve zu steigern, auf die
Idee, ein Tagebuch mit gemeinsamen Eintragungen zu führen, in denen sie
notieren, wer sich wann wie benimmt, was er oder sie anhat und wie sie
selbst dies vielleicht nachahmen könnten.
Ihr Zweierkosmos ist
gar keiner, natürlich nicht, wir sind in der Pubertät. Roland, ein
Norweger, schreibt gar für Julie ein Lied (oder besser eine Ode). Wenn
das nicht wie „Beliebt sein“ aussieht (zumindest bei Roland). Und all
die anderen wichtigen Gefühle! Zum Beispiel, mit einem beleidigenden
Spitznamen fertig zu werden und eben nicht beleidigt zu sein, sondern
geehrt.
Bei allem helfen den
beiden auch ihre Eltern oder sagen wir: die erwachsenen Bezugspersonen.
Ein Comic-Roman als
Tagebuch, seit dem Riesenerfolg „Gregs Tagebuch“ an sich das
Arzneimittel, um Jungs an Bücher ranzukriegen. Aber Millionenauflagen
wecken natürlich viele Ideen, und schließlich sind Comic-Romane auch
etwas für Mädchen und Tagebücher sowieso. Also hat die Amerikanerin Amy
Ignatow sich an zwei Teenagern, die zusammen ein Buch fabrizieren und
reichlich Klischees bedient.
Ergebnis ist für Lydia
und Juli, dass alles, was sie schlimm finden, nicht so schlimm ist, und
wirklich unbeliebt sind sie auch nicht. Und für die Leserinnen
(definitiv nur weibliche) ist das Ergebnis ein Buch, das ihr Nöte
aufgreift und auf witzig-charmante Weise verulkt. Das wirkt. Ein
hilfreiches Buch der anderen Art für die Zeit, in der man sich selbst
und seiner Gefühle nicht ganz sicher ist.