Wenn
das eigene Schlafzimmer einem manchmal nicht ganz geheuer vorkommt…
Loes
Riphagen: Schlafzimmertiere
Anne Spitzner
Loes
Riphagen
Schlafzimmertiere
Gebunden, 40 S.
Gerstenberg Verlag, Euro 9,95
ISBN 978-3836952941
In eurem Schlafzimmer
knarzt es nachts leise? Oder es trompetet und niest, und ihr seid es
nicht gewesen? Beim Aufstehen sind eine Menge Knoten in euren Haaren und
Löcher in euren Socken, und ihr wisst nicht, wo die herkommen? Wenn ihr
die Augen mal wieder nicht aufkriegt oder etwas Schönes geträumt habt,
dann liegt das an den Tierchen, die in eurem Schlafzimmer wohnen!
Ja, ganz richtig. Im
Schlafzimmer gibt es nämlich nicht nur gelegentlich eine Spinne oder
eine lästige Mücke, dort wohnt eine ganze Sammlung an niedlichen (und
weniger niedlichen) Tierchen, die Loes Riphagen im Buch
„Schlafzimmertiere“ vorstellt. Für das Knarzen ist beispielsweise die
Zahnquassel zuständig, ein winzig kleines Wesen, das vorzugsweise im
Holz von alten Betten lebt. Sie kommt in großen Gruppen vor und quasselt
den ganzen Tag – dabei macht sie ein Geräusch, das wir als „Bettknarren“
kennen.
„Schlafzimmertiere“
ist ein Buch zum Gucken, Lesen und Lachen. Von A bis Z gibt es zu jedem
Buchstaben ein Tier. Das ist manchmal süß oder lustig, manchmal komisch
und manchmal ein wenig merkwürdig. Für die Löcher in den Socken ist
beispielsweise das Hastalakaxa zuständig, das aussieht wie ein kleiner
Hundehaufen und den Gestank von Stinkesocken liebt. Außerdem stinkt es
selbst auch ganz furchtbar. Über ein solches Tier in meinem Zimmer würde
ich mich jedenfalls nicht freuen.
Da wären mir einige
andere Exemplare deutlich lieber. Aufmköppe zum Beispiel, oder vor allem
der Xstxqvtax, der für unsere Träume sorgt. Wer Genaueres wissen will,
muss das Buch selbst lesen und anschauen – denn das lohnt sich auf jeden
Fall. Wenn auch die Lebensgewohnheiten der Tiere manchmal etwas
überraschend sein mögen, die Ideen – zu Zeichnungen UND Texten – sind
wundervoll. Die Illustrationen auf den Einbandseiten machen es möglich,
gezielt nach einem Tier zu suchen, das beispielsweise im Vorhang oder im
Mülleimer lebt, und auch nach Geräuschen, Gerüchen oder Gefühlen kann
man gehen. Wie in einem Lexikon wird man dann zum passenden Tier
verwiesen. Und die Erklärungen für wachsende Haare, blaue Flecken oder
Sommersprossen sind so irrwitzig schrägt, dass man nicht anders kann,
als sich vor Lachen zu biegen.
„Schlafzimmertiere“ –
ein Buch für alle, denen ihr eigenes Schlafzimmer manchmal nicht ganz
geheuer vorkommt…
Träume in der Nacht haben ihre schönsten Momente ja auch
im Wirren und Surrealen. Silke Leffler greift in ihrem Bilderbuch zu
einer wunderbar passenden künstlerischen Methode, diesem Unklaren
illustratorisch beizukommen; sie lässt gekonnte Collagen zum Betrachter
sprechen. Wenn man bereit ist, über den die Seiten beherrschenden curly
stream hinwegzusehen, dann sind die Bilder besser, tiefergehend als der
erste Eindruck vermittelt. So ist - ein Beispiel - Korrespondierendes zu
kennen – ein schlafender Hund, der auf dem nächsten Bild ein Mantelstück
der Traumfee ist. Textlich ist das Buch einwandfrei: In kurzen, sanft
melancholischen, gereimten Sätzen wird durch das Buch geleitet. Die
Geschichte erzählt davon, dass auch Träume Geschenke sein können, auch
als Erwachsene stimmt einen das ruhig und sinnierend. Man spürt die
professionelle Hand, es gibt keine unsicheren Patzer – etwas für die,
die Perfektionismus im Bilderbuch schätzen!
(librikon) „Das
allerkleinste Nachtgespenst“ ist ein erstaunliches Kinderbuch. Es
schlüpft in die Lücke zwischen heutigem Stil und der erwarteten Zukunft:
Den ersten Anflügen von Manga-Bildersprache, die in andere Buchformen
überspringt. Die Kopfformen, der Augenzuschnitt, das erinnert an die
Comics aus Japan. Aber Eve Tharlet illustriert schon lange und immer
wieder eigen: Man muss ihre Figuren mögen (wir tun’s), sie sind niedlich
durch ein Zusammenspiel von großen Details und kleinen Persönchen. Die
Farben stellen gelungen die Nacht da, im Haupteindruck uni und
blau-lila-rot. Überzeugend eingesetzt, die Geschichte treffend. Eve
Tharlet ist wieder ihren guten Weg gegangen. Die Autorin, Birgit
Weninger, erzählt eine schöne, rührende Geschichte von all den
Gespenstern, die das Mädchen beim Einschlafen zu sehen meint und vor
denen es Angst hat. Man spürt die Nähe zu den kleinen, sich fürchtenden
Kindern in Schlafanzug und Nachthemd, die man als Eltern wieder und
wieder auf den Schoß nimmt. „Das allerkleinste Nachtgespenst“ ist für
dieses Mutmachen eine wunderschöne Abendlektüre.