Luise Holthausen: „Hier kommt Svenja!“
Lesedetektive von DUDEN
mit Bildern von Christine Goppel
Von Iris Kersten
Luise
Holthausen: „Hier kommt Svenja!“ 2. Klasse. Leseförderung mit System
Bibliographisches Institut AG Verlag 2010
64 Seiten, 10 Euro
ISBN: 978-3411707492
Erstlesebücher. Als Mutter eines fast
sechsjährigen Sohnes, der anfängt, Buchstaben aneinanderzureihen und zu
lesen, habe ich mich bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt. So
wage ich zu behaupten, dass fast alles, was den Leseanfängern geboten
wird, literarischer Schrott ist. Nicht nur, dass die Geschichten keine
Literarizität haben, nein, sie sind einfach auch inhaltlich wirklich
schlecht. Natürlich muss es ein kurzer Text sein, damit das Kind die
Lust am Selbst-Lesen nicht verliert, aber bitte, liebe Autoren, könnten
denn nicht auch kurze Geschichten einen literarischen Anspruch haben?
„Hier kommt Svenja!“ ist ein Doppelband
und enthält die Geschichten „Svenja will ein Junge sein“ und „Svenja
will Windpocken haben“. Und wir haben es tatsächlich mit zwei
Erzählungen zu tun, die eine Botschaft übermitteln (ohne belehrend sein
zu wollen). Als in der ersten Geschichte aus Svenja Sven wird, muss das
Mädchen am Ende feststellen, dass es eigentlich nicht darauf ankommt, ob
man nun ein Junge oder ein Mädchen ist. In der zweiten Geschichte
wünscht Svenja sich Windpocken, um nicht an der Aufführung des
Krippenspiels in der Schule teilnehmen zu müssen. Sie steckt sich dann
auch tatsächlich bei ihrem Bruder an – die ersten Pusteln erscheinen
allerdings erst NACH der Aufführung. Zum Glück, denn das Krippenspiel
war ein voller Erfolg.
Inhaltlich gelungen, mit süßen Bildern von
Christine Goppel, bietet Luise Holthausen auch ein gutes Gespür für
Sprache. Schlicht und einfach, aber ganz und gar nicht platt sind ihre
Sätze: „Svenja steht im Bad und wäscht sich die Haare. Svenja hasst es,
sich die Haare zu waschen. Papa und Niklas sitzen am Computer und
spielen Autorennen. Svenja liebt es, am Computer Autorennen zu spielen.“
Svenjas Geschichte ist für Zweitklässler.
Der von Duden erfundene Lesedektiv begleitet die Kinder und überprüft
mit drei möglichen Antworten deren Verständnis.
Duden hat somit mein Vertrauen, was
Leseförderung angeht, gewonnen. Die einzig anderen Empfehlungen in einem
großen Angebot von Erstlesebüchern sind die Reihen vom Oetinger- und
Tulipan-Verlag. Wobei die Tulipan-Bücher für mich ganz vorn stehen, da
sie neben den ansprechenden Inhalten auch ganz besonders liebevoll
gestaltet sind.