Duden. Basiswissen Schule. Chemie: 5. bis
10. Klasse
368 Seiten, Euro 22,95
4. Auflage
Bibliographisches Institut 2010
ISBN 978-3411714742
(tm) „Basiswissen Chemie“ hat ein
vergleichsweise bescheidener Titel, denn dieses Buch ist ein Kompendium
des gesamten Schulstoffes der Chemie, wie er heute bis zur Oberstufe
(und damit für die allermeisten Schüler alles abdeckend) vermittelt
wird. Viel mehr muss nicht sein, legt man den Lehrplan dem Wunsch nach
Wissen zugrunde, und so ist „Basiswissen Chemie“ eine gute Lösung für
das Lernen zuhause. Weder wird das Fach zu umfassend angegangen noch ist
es repititorhaft kurz. Das Ergebnis ist ein vernünftiger Überblick über
das Wissen, das man haben muss. Das einzige Problem - welches Kapitel
kann ich als braver Lernender nur überfliegen?- hätte man zwar auch gern
als Hinweis im Vorwort gelöst bekommen - Schulterzucken, weiß man nicht.
Aber das „Basiswissen“ wird durch das Angebot, in die ganze Schulchemie
einzusteigen, zum Lexikon.
Duden. Basiswissen Schule. Physik: 5. bis
10. Klasse
4. Auflage
Bibliographisches Institut 2010
384 Seiten, Euro 22,95
ISBN 978-3411714643
(tm) Das dichtest mögliche Wissenspaket, das in
schriftlicher Form möglich ist, findet sich in dem Dudenbuch „Physik“.
Viele Bücher zu diesem Fach, das eher bei langweiligen Jungs, Typ Muttis
Bester, beliebt und bei Normalwesen verhasst ist, bestätigen die
Abneigung. Es gelingt selten, wirklich wegzulassen, was wegzulassen ist
und sich nur auf die Grundlagen zu konzentrieren. Hier aber gelingt es.
Nicht zu detailliert, nicht zu abschweifend, wohl wissend, was die
durchschnittlichen Physikschüler brauchen. Die Vorgehensweise ist gut,
Schritt für Schritt, logisch und folgerichtig. Obwohl es nur bis Klasse
10 gedacht ist, können diejenigen, die es gründlich durchgehen und sich
die Formeln herausschreibt (wir kamen auf vier DIN-A-4-Seiten), recht
locker in eine Abiklausur gehen. Die Essenz aus der Schulphysik –
wer mit dem Buch gearbeitet hat, ist ausreichend ausgestattet für Schule
und Leben.
Tipps - Tricks - Training. Latein für
Einsteiger und Fortgeschrittene: 5.-11. Schuljahr
Mit Illustrationen von Martin Fink
Manz Verlag 2007
264 Seiten, Euro 16,95
ISBN 978-3786326052
Latein ist eines der Fächer, die unter der
allgemeinen Mobilmachung an den Schulen –schneller!, nützlicher! – am
meisten leiden. Man braucht Zeit für Latein, man braucht Zeit für seine
eigene Begriffsstutzigkeit. Man muss verstehen, das Latein lernen lernen
ist und zu einem logischen Denken erzieht, dass einem für immer bleibt
und für immer hilft. Die Wortführer der Schuldiskussionen wissen davon
nichts. Das Lernpensum der Kinder erzählt davon auch nicht – es
eliminiert Latein, auch wenn es drin vorkommt.
Also müssen die Eltern und Kinder, die
Familien selber die Kraft aufbringen, Ruhe ins Lernen zu bringen und
Lücken, die bereits aufgerissen sind, zu schließen.
Dabei hilft auf phantasievolle (und auch,
ja, effektive) Weise „Tipps – Tricks- Training. Latein für Einsteiger
und Fortgeschrittene“. Es fährt dem Schullehrbuch nicht in die Parade,
es ist selbständig nebenher benutzbar.
Die Einteilung ist streng an der Grammatik
entlang; keine Verwirrungen: Teil eins „Verben“, Teil zwei
„Deklinationen“, Teil drei „AcI, NcI, Gerundium und Gerundivum,
Partizipialkonstruktionen“. Darin verbergen sich jedoch keine öden
Aneinanderreihungen, so dass Kind weiß, dass es mal wieder nicht weiß,
was es schon immer nicht wusste. Vokabeln leichter lernen! Mit Bildern
und Eselsbrücken! Und dann geht es los – jede Klippe für junge Lateiner
wird erkannt, benannt, umschifft. Das Prinzip: Immer ideenreichen
Antworten.
Dieses Buch ist
wirklich das Geheimnis von Lateinerfolgen. Als ob dem Verlag das selber
suspekt wäre, wurde es gestaltet wie ein langweiliges Lehrwerk, und fast
möchte man auch die Tabellen und Hervorhebungen beweinen; sind doch die
Lernenden nach ein paar Seiten so weit weg von ihren aus der Schule
bekannten Barrieren. Beim Anblick des Schulbuchdesigns tauchen sie
wieder auf, und Überwindung ist nötig. Die Überwindung, die die Methode
dieses Buches so locker hinkriegt.
"Abi Englisch Duden SMS: Zentralabitur.
Abiwissen. Prüfungsaufgaben. Musterklausuren zum Downloaden"
224 Seiten, Euro 8,95
Duden Schulbuchverlag 2008
ISBN 978-3411709328
Gegen das Zentralabitur ist in der
derzeitigen Diskussion kein Kraut gewachsen, und die Lücken, die man
haben kann, derweil man locker besteht, sind Gegenstand öffentlich kaum
thematisierter Studien - bevor sie in den nächsten Abiturjahrgängen
Allgemeingut werden. Also muss man anders lernen, einmal für die Schule
und einmal für das Leben. Um zu wissen, was im Zentralabitur verlangt
wird, ist der Griff zu der Reihe „Zentralabitur SMS Schnell-Merk-System“
lohnend. Der sich anbiedernde Reihentitel besagt es. Dort wird sich
nicht lange mit Firlefanz aufgehalten.
Besonders reizvoll ist das für Englisch.
Das kann man können und das können auch einige, aber was muss man
können, um in Deutschland durch das Abitur zu kommen? Das handliche Buch
beginnt mit Vokabeln. Das ist nicht originell, aber sehr effektiv,
besonders, da das Kapitel sich zwischen Methoden des Lernens und
Grundbegriffen bewegt. Für den Lernenden nützlich und gut! Es folgt
Grammatik. Den wichtigsten Regeln, den gefährlichsten Klippen ist es
gewidmet. Nun kann es, man fürchtet es aus Bildung und begrüßt es aus
nüchternem Realitätssinn, an die Textanalyse gehen; der Part, der den
größten im knappen Raum einnimmt und in der entwaffnenden Ehrlichkeit
des „Zieles vor Augen“ Shakespeare und „The Matirx“ Seite an Seite, ja,
durchzieht.
Selbst schreiben auf Englisch ist dann
etwas schwieriger und braucht etwas mehr Hintergrund, aber das Buch
entledigt sich und den Lernenden aller Zweifel und leistet es sogar, die
Tipps für von oben verlangte Gedichte wie eine Gebrauchsanweisung zu
formulieren. Es ist ja für die Schüler, die als Kleinkinder „Bob der
Baumeister“ angeschaut haben und denen dessen „Jo, wir schaffen das!“
noch in den Ohren klingt. Hier schwingt es wieder mit!
Kurz sind die Kapitel „Übersetzen“ und
„Methoden“ gehalten; ein wenig Grundsätzliches für die, die alles
verschlafen haben. Umso länger und in diesem Rahmen auch wirklich
vermittelbar ist die Landeskunde – im englischen Sprachraum eher
Länderkunde, denn es geht auch hier England, Irland, Commonwealth und
USA.
Das Finale sind Prüfungsaufgaben, und man
kann sie nach dem Durcharbeiten des Büchleins auch mit Lernenden, die
wesentlich jünger als Abiturienten sind, bearbeiten. Da spricht für „SMS
Englisch“ und gegen das Zentralabitur. Ein anderes Thema. Ein
leistungsstärkendes Lernbuch!
„Kunstgeschichte. Von der Antike bis zum
21. Jahrhundert“
Duden Abiturhilfen
Dudenverlag 2009
216 S., 14,95 Euro
ISBN: 978-3-411-73391-0
„Kunstgeschichte. Von der Antike bis zum
21. Jahrhundert“ als Band in der Reihe „Abiturhilfen“: das klingt
zunächst schrecklich: Bei Mathe und Biologie sieht man ja ein, dass man
streng nach Plan lernen muss – aber nun auch noch Kunstgeschichte? Das
Spaß machen könnte?
Doch der Autor dieses Bandes verdirbt die
Freude am Fach nicht. Streng chronologisch aufgebaut, bringt das Buch
einerseits Klarheit. Ausgehend von der Vor- und Frühgeschichte über die
Antike und den Schlagworten, unter denen Kunstgeschichte für Schüler
abläuft, wie Romanik, Gotik, Renaissance und Barock bis ins 19., 20.,
21. Jahrhundert haben wir es mit zehn bis zwanzig Seiten für jede Epoche
zu tun. Der Aufbau jedes Kapitels funktioniert nach einem festen Schema:
Baukunst, Plastik, Malerei, dazu wichtige Begriffe fett gedruckt und
drei farbige Bilder pro Seite. Eine kursorische Abhandlung, bei der man
versteht, was man zu wissen hat, und es nach der Lektüre auch weiß.
Andererseits, und das ist eben darum wichtig, weil Kunstinteressierte
auch als junge Menschen nun mal anders ticken als die Informatikroboter,
andererseits verdirbt dieses Buch nicht die Freude an der Kunst – schon
allein, weil man es nicht mit Schulunterricht assoziieren muss. Den Gang
ins Museum, zu Bauten verbessert, vertieft es!
Insofern hilft „Kunstgeschichte“ schon
weit vor dem Abitur in vielen Lebenslagen; man kann es beim Einstieg in
die Oberstufe empfehlen, aber, für nicht ganz Geistlose, auch schon in
der Mittelstufe. Zumindest, wenn sich in der Familie nicht nur der
Schüler für Kunst begeistert: Was bei diesem Fach ja meistens so ist.
Lernspielsammlung.
Einfach klasse in Deutsch, 1./2. Klasse
Mannheim:
Bibliographisches Institut
Unverbindliche
Preisempfehlung: Euro 22,95
ISBN:
978-3411141128
Natürlich hat man die Last des
Spieleschrankaufräumers, alle Teile zusammenzuhalten. Wenn man Deutsch
lernt mit einer Fibel und einem Heft, fällt das weg. Aber eben auch das
Spielerische! Die Spielschachtel „Einfach Klasse in Deutsch“ enthält
viele kleine Kärtchen, mit Motiven oder mit Worten darauf, und es bietet
vier verschiedene Spielideen unterschiedlichen Schweregrads. Auf
vorgedruckte Linien legt man seine Wörter, mit einem Pfeil dreht man und
landet bei „Verb, Nomen, Adjektiv“, man erfüllt Aufgaben wie „Finde ein
Wort, bei dem du ein „a“ in der Mitte hörst“.
Anders als beim drögen Schreibenlernen ist
Bewegung am Tisch, die Kinder (im Alter der 1. und 2. Klasse) stehen
auf, schauen den Mitspielern über die Schulter und sich die Wörter genau
an. Die Spieldauer beträgt eine halbe Stunde, und wenn – das liegt
natürlich beim Erwachsenen (allein und ohne Anleitung können Kinder die
Spiele nicht spielen) – es ganz lustig zugeht, lernen die Kinder
faszinierend gut: Die jüngsten Mitspieler den Unterschied zwischen
Bildern malen und Buchstaben schreiben, die ältesten flüssiger mit
Sprache umzugehen. Wer Zwanglosigkeit schätzt, muss sich an ein Kind
gewöhnen, das mit dem Spiel in der Hand hinter einem herläuft, bis man
sich erweichen lässt, nur ein Spiel, nur ein einziges Spiel, na gut, zu
spielen. Und dann fehlt doch das „hat“, und wo ist das „ist“?
Als wir unter dem Schrank die letzten
fehlenden Kärtchen hervorklauben und die Staubflocken wegpusten, ist uns
auch klar, warum wir dieses Spiel so mögen. Es ist optisch,
haptisch, qualitativ einfach ansprechend
Alt-Griechisch gehört zu den Fächern, bei
denen gebetsmühlenartig wiederholt wird, man könne sie nur auf der
Schule lernen. Wer sich zum Beweis die Lehrbücher anschaut, der rückt
automatisch von diesem Diktum ab. Holzschnittartig und ein spannendes
Erlebnis zur Ödnis werden lassend, so kommen die Schullehrbücher daher,
und am schlimmsten sind die Versuche, die Sache verkrampft aufzulockern.
Für den erwachsenen Lernenden eine Mühsal, für die Schüler, das muss
gesagt werden, auch – und, wie man an den Zahlen sieht, eine, die nur
noch wenige auf sich nehmen. Diesen wenigen gegenüber aber müsste es
sich gehören, ihnen Zeit und Ruhe zu schenken, um Griechisch wirklich
erlernen zu können. In der Hektik, die in der heutigen Bildung
verbreitet wird, geschieht das nicht mehr, und glücklich diejenigen
Deutschsprachigen, die im Ausland auf sich gestellt Griechisch lernen
dürfen.
In diese Situation platzt ein Buch
(betitelt schlicht: „Die griechische Sprache“), das dem Lernen zuhause
selbst bei der so schwierigen Angelegenheit einer toten Sprache den Weg
bahnt. Und wie es das tut! Zunächst wird eingestiegen - oder
aufgefrischt – mit „Ein Stückchen Griechenland“: das Alphabet und die
Bezüge, die man dazu im alltäglichen Leben herstellen kann. In wirklich
lockeren Szenen werden die ersten Vokabeln eingeführt, alles im
Fließtext (also ganz ohne Schwellen aufzubauen). Das Übersetzen wird von
Anfang an mit einbezogen, an Sätzen, die wirklich aus den Federn der
alten Griechen stammen, deren Inhalt und Hintergrund erläutert wird.
Dazu wird langsam, aber doch sicher Grammatik eingeführt, und eine
Kapitelangabe „Lyrische Dichtung“ und dazu „3. Deklination“ spiegelt
genau dieses aufmunternde Konzept wider. So geht es voran, natürlich
nicht ganz ohne Pauken –für Kuschellerner und Denkfaule wird Griechisch
durch kein Lehrbuch der Welt etwas sein -, und ab dem vierten Kapitel
ist man schon knöcheltief in griechischem Textverständnis, Xenophon,
später Platon, dann Thukydides. Und es ist keine Drohung, wenn man sagt:
Und vieles mehr!
Was einen aber wirklich vom Hocker reißt,
das ist der Wissensreichtum, mit dem eigentlich oder womöglich Trockenes
dargereicht wird. Gerhard Fink, der Autor dieses famosen Buches, schafft
es, ein buntes Panorama der Antike zu entwerfen, das dem Lernenden durch
jeden griechischen Satz plastischer wird. Wenn man es nicht getestet
hätte, man würde es nicht glauben, mit welcher geradezu unverschämten
Lebendigkeit erklärt wird, warum auf dem Rho ein Spiritus asper steht.
Und welche Folgen das für die deutsche Rechtschreibung hat.
Apropos getestet: Natürlich haben wir das
Buch testen lassen. Die Erfahrungen sind, unübersehbar, in diese
Rezension eingeflossen. Aber die Rahmenbedingungen, unter denen die
Probe aufs Exempel gemacht wurde, wollen wir nicht vorenthalten: Ein
Erwachsener, der einst Griechisch gelernt hatte, und ein Jugendlicher,
der drei Lernjahre Latein hinter sich hat, der Lernrhythmus von innerer
Ruhe geprägt, im Ausland und ohne Schule, vier Zeitstunden pro Woche.
Die Ergebnisse erschütternd: Der Erwachsene konnte sein Wissen
auffrischen und ergänzen, der Jugendliche ist weiter als gleichaltrige
an deutschen Schulen und nun willens, in ein paar Jahren das Graecum
abzulegen. Die Gleichaltrigen an deutschen Schulen: Es sind insgesamt
13.000 Griechisch Lernende, an knapp 200 Gymnasien. Der Testschüler gehört zur Dunkelziffer, die, das
sei auch grundsätzlich vermerkt, von den Erfahrungen in den Schulen
profitiert; wie hier: Gerhard Fink war lange Griechischlehrer, sein Buch
ist davon positiv geprägt und pädagogisch wundervoll gestrickt.
Man weint dem funktionierenden Gymnasium
schon hinterher, aber als Eltern muss man nach vorn schauen. Irgendwo
wird immer Griechisch gelernt werden. Auch wenn Bildung noch so
ökonomisiert wird und damit verkommt. Es ist uns nicht wichtig, aber wir
müssen es sagen: Ganz oben, dort, wo Menschen sind, die grundsätzlich
das Zeug hätten, ein Land auf die Beine zu stellen, dort wird die
Kenntnis des Griechischen dazugehören. Dasselbe pathetisch gesagt: Der
politische Kampf gegen die humanistischen Gymnasien kann gewonnen
werden, gegen die Köpfe jedoch nicht. Das Buch von Gerhard Fink ist ein
erstklassiges, einmaliges Lehrwerk. Wer hätte gedacht, dass es auch ein
Manifest werden könnte? Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die
Altphilologie ein Hort derer werden könnte, die sich gegen die
Brachialelilte des Landes stellen? Es gibt ein Recht auf Bildung. Hier
wird es verteidigt.
PS: Ob der Testschüler das Graecum
schafft? Geduld! Wir berichten.
Wenn es nach der Grundschulzeit bei der Rechtschreibung hakt, kleine und
auch größere Unsicherheiten bestehen (jedoch keine Legasthenie), dann
kann man mit „Deutsch in 15 Minuten“ mit dem Kind gut üben. Es werden
nacheinander wichtige, typische Klippen behandelt, drei, vier Übungen
für jeden Problembereich (Groß- und Kleinschreibung, Dehnung, s-Laut
etc.), und dann folgt ein Diktat. Das muss man eben auch diktieren (die
Anweisung „Führe ein Eigendiktat durch“ klingt so bürokratisch, wie es
unrealistisch ist). Die Texte sind natürlich ganz auf die zu übenden
Regeln ausgerichtet, da muss man bei den Inhalten doch sehr
schmerzunempfindlich sein. Doch nach knapp 30 Diktaten (mit ansteigendem
Schwierigkeitsgrad) stellt sich ein, worauf man zu Beginn nicht zu
hoffen wagte. Das Kind ist sicher in Rechtschreibung.