Gamuppel ist ein kleiner Kerl mit blauen,
wachen Augen und einem roten Mund und mit einer Mütze ohne Bommel vom
Schwarz-Weiß-Planeten.
Er lebt dort mit der Schlange Ssa und
träumt nur von Bäumen oder Farben, denn er hat sie ja nie
kennengelernt.
Doch Mutter Erde braucht Gamuppels Hilfe
und so dachten sich die Planeten als er ihnen reif genug für diese
Aufgabe erscheint, er soll sie einzeln besuchen, damit sie ihn
vorbereiten können auf das große Abenteuer.
Gamuppel muss also eines Tages seine
Freundin Ssa verlassen, indem er durch das Regenbogentor springt und
auf dem nächsten Planeten landet. Hier lebt Saturnus und dieser
bereitet als erster Gamuppel auf die Erde vor und die Menschen, wobei er
ihm auch das Dorf Fröhlich zeigt, welches zwei ältere Bewohner hat, die
Gamuppel in Gedanken nicht mehr loslassen. Saturnus gibt ihm die ersten
Eigenschaften mit, die er dringend benötigt, um der Mutter Erde zu
helfen, die sich immer mehr zurückzieht und nur noch ihren Freund, den
Golddrachen Faro an ihrer Seite hat, der sich immer mehr um sie sorgt.
Weiter geht es für Gamuppel zu Jupiterus und Mars, sowie Frau Luna und
er verliebt sich während seiner Reise in deren Tochter Luluna. Diese
empfindet auch sehr viel für den kleinen Kerl, weiß aber um dessen
Aufgabe. Die Sternenbewohner vertrauen Gamuppels reinem Herz, mit dem er
die Widersacher der Mutter Erde, die Stumpfersinn und seine Kumpanen
sind, besiegen kann. Dafür darf aber kein böser Gedanke Gamuppels Herz
und Verstand trüben.
Erstmal ist er allerdings hingerissen von
der Vielfalt, die Mutter Erde zu bieten hat: Farben, Lebewesen, Pflanzen
und Gerüche.
Direkt nach seiner Ankunft begegnet er
Michel, seines Zeichens ein Wichtel, der ihm seine Familie und viele
andere Zwerge, Trolle, die Hexe und den Zauberer vorstellt. Und alle
sind sie mit dabei, dem kleinen gutmütigen, reinherzigen Kerl zur Seite
zu stehen, um Mutter Erde von der Macht des Bösen zu befreien und das
Leben wieder lebenswerter, freier und schöner zu machen.
Gamuppels Abenteuer werden aus der
Sternenwelt durch das große Fernrohr überwacht und all die notwendigen
und guten Eigenschaften, die ein jeder ihm mitgegeben hat, machen das
scheinbar Unmögliche möglich. Sein reines Herz lässt Stumpfersinn
schrumpfen und die beiden anderen bösen Gestalten verschwinden, so dass
Mutter Erde befreit werden kann. Und plötzlich erscheinen auch die zwei
älteren Menschen aus dem Dorf Fröhlich, die sich als Gamuppels Eltern
entpuppen, die ihren Sohn zu seinem Schutz damals zur Schlange Ssa
gegeben haben.
Zu guter Letzt wacht unser Gamuppel mit
seiner Luluna auf dem (ehemals) Schwarz-Weiß-Planeten auf mit Wasser,
Bäumen, Farben und Gerüchen…
Ein faszinierendes Buch für junge Leser,
aber auch jedem älteren geht das Herz auf, denn wir lesen von einer
besseren Welt und was es mit Freundschaft und Zusammenhalt alles zu
erreichen gibt.
Gleichzeitig zur tollen Geschichte von
Ulrike Gau gibt Frau Badstübner den kleinen Lesern illustratorisch die
Möglichkeit, Bilder zu vervollständigen oder eigene Ideen zeichnerisch
umzusetzen.
Hexe Pollonia Petersil möchte auf dem
Hexenfest den diesjährigen Preis gewinnen und dafür braucht sie ein
außergewöhnliches Hexentier. An ihrer Seite ist Hexenkater Camillo, aber
der kommt erstmal dafür nicht in Frage – zu gewöhnlich. Sie probiert
verschiedene Tiere aus, aber diese verwirft sie gleich wieder und so
schnell wie sie sie herbeihext, zaubert sie sie mit entzückenden
Sprüchen wieder von dannen. Denn der Eisbär ist nicht die richtige Wahl,
ebenso wenig wie der Pfau. Als dann aber der Tiger herbeigezaubert wird
und Pollonia bedroht, stellt sich Camillo ihm mutig in den Weg. Das ist
für die kleine Hexe das Zeichen, dass nur Camillo ihr Hexentier sein
kann, egal was die anderen Hexen auf dem Fest sagen werden. Aber was nun
kommt, ist das Allerbeste. Camillo wird als das Hexentier schlechthin
gekürt. Denn was passt besser zu einer Hexe als ein Kater? Und so geht
der Preis des Hexenfestes an Pollonia und - ganz klar, was Pollonia
denkt und fühlt auf ihren Kater gemünzt: „Für mich bist du der Beste“.
Neben dieser wunderbaren Geschichte sind
die Illustrationen und die aufklappbaren Seiten so schön gemacht , dass
es nicht schwer fällt, sie zu einem seiner Lieblingsbücher zu erklären.
Paul, ein etwa zwölfjähriger Junge, ist in
eine Klassenkameradin verliebt und zu schüchtern, sie anzusprechen. Nina
geht es ähnlich. Nur findet sie es peinlich, in Paul verliebt zu sein,
darum möchte sie es sich nicht eingestehen. Alles klar, das klingt nicht
aufregend, schon gar nicht neu – weglegen? Nö, dafür ist das Buch zu
gut.
Reffert schafft es, eines der wohl am
meisten beackerten Themen unterhaltsam zu verarbeiten. Nicht innovativ,
nicht hochliterarisch – aber vielleicht gerade deshalb etwas für Jungen
wie Paul. Paul läuft nämlich ein wenig neben der Spur. Ständig hat er
irgendetwas im Kopf, das er durchdenken muss, und verpasst so, was um
ihn herum vorgeht. Klar, dass er in der Schule zu den schwächeren
Schülern gehört. Paul ist ein Junge, dem man in der heutigen Zeit wohl
Medikamente verordnen würde. Dabei ist er nicht dumm, er denkt sehr
lebhaft – nur eben nicht für sein Zeugnis verwertbar.
Paul muss die Klasse wiederholen, während
Nina auf das Gymnasium ein paar Orte weiter versetzt wird. Paul muss
also am letzten Tag vor den Ferien handeln, sonst sieht er seinen
Schwarm nach dem Sommer nie wieder. Nina wiederum traut sich nicht
zuzugeben, dass sie auf einem Bauernhof wohnt, umgeben von Misthaufen
und Kühen. Trotz aller Hemmnisse verbringen sie den Tag vor den Ferien
gemeinsam auf dem Hof von Ninas Eltern. Und irgendwie in dem Gestammel,
Um-den-heißen-Brei-Gerede und dem ein oder anderen chaotischen
Zwischenfall finden die beiden schließlich doch zueinander.
Nina und Paul sind wie Kinder von nebenan,
mit ihren Träumen, Sorgen und Lebensumständen, mit denen sie klar kommen
müssen. Dabei verlässt sich Reffert auf seine Fähigkeit, mit präzisen
Strichen glaubwürdige Figuren zu zeichnen. Er muss nicht jedes Problem,
das einen Teenager heutzutage drücken kann, in seine Geschichte pressen.
Seine Charaktere dienen der Geschichte.
Dazu gibt Reffert Nina und Paul Stimmen,
die nicht aufgesetzt wirken, so als versuchte ein erwachsener Autor,
„hip“ zu klingen. Er vermeidet es, die neuesten Schulhofsprüche zu
verwursten, in der Hoffnung, authentisch zu klingen. Das gibt der
Sprache der beiden Figuren etwas Zeitloses; etwas, das nicht in einem
Jahr hoffnungslos albern weil schon wieder veraltet klingt. Lustig ist
übrigens die Idee, dass Nina das Geschehen immer wieder mit einer
Reimaufgabe kommentiert, die am letzten Schultag gestellt wurde: „Auf
einem Sofa, das ... war, lag ein Kater, der ...“: „Auf einem Sofa, das
hundert war, lag ein Kater, der verwundert war“, reimt Nina im Stillen,
als sie wieder einmal völlig verwirrt ist. Lädt zum Nachmachen ein!
Als kleiner Gimmick wird die Geschichte
gleichzeitig aus Ninas und Pauls Sicht erzählt. Auf den geraden Seiten
steht Ninas Variante, Paul berichtet direkt daneben auf den ungeraden
Seiten aus seiner Perspektive. So können die Leser während der lustigen
Missverständnisse sofort nachlesen, was sich denn die andere Seite dabei
denkt. Oder man liest in aller Ruhe ein Kapitel zu Ende, um es dann noch
einmal aus der anderen Perspektive zu erleben. Auch das trägt zur
leichten Lesbarkeit bei. Dank der unaufgeregten, flotten Sprache ist
dieses eher kurze Buch sicher auch für Kinder/Jugendliche geeignet, die
nicht zu den Viellesern zählen – oder eben für Kinder wie Paul.
Ach so, ein Problem hatte ich mit dem
Buch: Reffert erklärt den Lesern mithilfe von Ninas Vater, einem Bauern,
dass moderne industrielle Tierhaltung mit all den Quälereien für die
Tiere voll in Ordnung ginge – denn Tiere dürfe man nicht mit Menschen
vergleichen. Schade, und zudem eine Stelle, die ein wenig aufgepfropft
wirkt. Hätte der Lektor gerne streichen können ...
Die Welt ist
eigentlich in Ordnung, die Arbeit macht Olga Spaß, sie geht gern mit
Freunden aus, sie ist ein aufgeschlossenes, lebenslustiges Schwein. Aber
hin und wieder schleichen sich Tage ein, die sich nicht beschreiben
lassen, es passiert im Inneren. Ein mulmiges Gefühl, Olga nennt es
`Grummeln´ und es macht sie traurig. Und egal, was man auch dagegen
unternimmt, es bleibt. Olga redet sich gut zu, das Wetter ist schön und
die Sonne strahlt, aber das Grummeln geht nicht ganz weg. Traurig setzt
sie sich auf eine Bank, wo sie Ben, der Hund, findet. Und dieser, als
ihr Freund, kann sogar das Grummeln in ihrem Bauch hören und das ist ihr
sehr unangenehm. Aber Ben tröstet sie und weil auch er dieses Gefühl
kennt, nimmt er sie einfach mal ganz fest in die Arme. Siehe da, zwar
schleicht sich eine Träne über Olgas Wange, aber das Grummeln hat
aufgehört, das Graue in ihrem Bauch ist verschwunden. Wie schön ist es
doch Freunde zu haben, die einen auch mögen, wenn man mal nicht nur
lustig ist.
"Olga Ein wunderbar
gefühlvolles Buch mit tollen Illustrationen, die zum Text passend die
Gemütslage des Schweins Olga beschreiben, das einen grauen Tag erwischt
hat. Ganz prima wird die Bedeutung guter Freunde gezeigt und vor allem,
dass auch ein Schwein mal traurig sein darf.