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Freundschaft und Zusammenhalt

Gamuppels Sternenreise

Von Susan Müller

 

Ulrike Gau

Gamuppels Sternenreise

prignitz pur Verlag, Euro 12,95

Gebunden, 185 S.

ISBN 978-3000303913

 

 

 

 

 

Gamuppel ist ein kleiner Kerl mit blauen, wachen Augen und einem roten Mund und mit einer Mütze ohne Bommel vom Schwarz-Weiß-Planeten.

Er lebt dort mit der Schlange Ssa und träumt nur von  Bäumen oder Farben, denn er hat sie ja nie kennengelernt.

Doch Mutter Erde braucht Gamuppels Hilfe und so dachten sich die Planeten als er ihnen reif genug für diese Aufgabe erscheint, er soll sie einzeln besuchen, damit sie ihn vorbereiten können auf das große Abenteuer.

Gamuppel muss also eines Tages seine Freundin Ssa verlassen, indem er durch das Regenbogentor  springt und auf dem nächsten Planeten landet.  Hier lebt Saturnus und dieser bereitet als erster Gamuppel auf die Erde vor und die Menschen, wobei er ihm auch das Dorf Fröhlich zeigt, welches zwei ältere Bewohner hat, die Gamuppel in Gedanken nicht mehr loslassen. Saturnus gibt ihm die ersten Eigenschaften mit, die er dringend benötigt, um der Mutter Erde zu helfen, die sich immer mehr zurückzieht und nur noch ihren Freund, den Golddrachen Faro an ihrer Seite hat, der sich immer mehr um sie sorgt. Weiter geht es für Gamuppel zu Jupiterus und Mars, sowie Frau Luna und er verliebt sich während seiner Reise in deren Tochter Luluna. Diese empfindet auch sehr viel für den kleinen Kerl, weiß aber um dessen Aufgabe. Die Sternenbewohner vertrauen Gamuppels reinem Herz, mit dem er die Widersacher der Mutter Erde, die Stumpfersinn und seine Kumpanen sind, besiegen kann. Dafür darf aber kein böser Gedanke Gamuppels Herz und Verstand trüben.

Erstmal ist er allerdings hingerissen von der Vielfalt, die Mutter Erde zu bieten hat: Farben, Lebewesen, Pflanzen und Gerüche.

Direkt nach seiner Ankunft begegnet er Michel, seines Zeichens ein Wichtel, der ihm seine Familie und viele andere Zwerge, Trolle, die Hexe und den Zauberer vorstellt. Und alle sind sie mit dabei, dem kleinen gutmütigen, reinherzigen Kerl zur Seite zu stehen, um Mutter Erde von der Macht des Bösen zu befreien und das Leben wieder lebenswerter, freier und schöner zu machen.

Gamuppels Abenteuer werden aus der Sternenwelt durch das große Fernrohr überwacht und all die notwendigen und guten Eigenschaften, die ein jeder ihm mitgegeben hat, machen das scheinbar Unmögliche möglich. Sein reines Herz lässt Stumpfersinn schrumpfen und die beiden anderen bösen Gestalten verschwinden, so dass Mutter Erde befreit werden kann. Und plötzlich erscheinen auch die zwei älteren Menschen aus dem Dorf Fröhlich, die sich als Gamuppels Eltern entpuppen, die ihren Sohn zu seinem Schutz damals zur Schlange Ssa gegeben haben.

Zu guter Letzt wacht unser Gamuppel mit seiner Luluna auf dem (ehemals) Schwarz-Weiß-Planeten auf mit Wasser, Bäumen, Farben und Gerüchen…

Ein faszinierendes Buch für junge Leser, aber auch jedem älteren geht das Herz auf, denn wir lesen von einer besseren Welt und was es mit Freundschaft und Zusammenhalt alles zu erreichen gibt.

Gleichzeitig zur tollen Geschichte von Ulrike Gau gibt Frau Badstübner den kleinen Lesern illustratorisch die Möglichkeit, Bilder zu vervollständigen oder eigene Ideen zeichnerisch umzusetzen.

 

Hoch

 

 

Das Hexentier schlechthin

Angelika Diem: "Für mich bist du der Beste"

Von Susan Müller

 

Angelika Diem :

Für mich bist du der Beste

Mit Bildern von Susanne Szesny

Albarello 2007

32 S., Euro 10,90

ISBN : 978-3865590398

 

 

 

Hexe Pollonia Petersil möchte auf dem Hexenfest den diesjährigen Preis gewinnen und dafür braucht sie ein außergewöhnliches Hexentier. An ihrer Seite ist Hexenkater Camillo, aber der kommt erstmal dafür nicht in Frage – zu gewöhnlich. Sie probiert verschiedene Tiere aus, aber diese verwirft sie gleich wieder und so schnell wie sie sie herbeihext, zaubert sie sie mit entzückenden Sprüchen wieder von dannen. Denn der Eisbär ist nicht die richtige Wahl, ebenso wenig wie der Pfau. Als dann aber der Tiger herbeigezaubert wird und Pollonia bedroht, stellt sich Camillo ihm mutig in den Weg. Das ist für die kleine Hexe das Zeichen, dass nur Camillo ihr Hexentier sein kann, egal was die anderen Hexen auf dem Fest sagen werden. Aber was nun kommt, ist das Allerbeste. Camillo wird als das Hexentier schlechthin gekürt. Denn was passt besser zu einer Hexe als ein Kater? Und so geht der Preis des Hexenfestes an Pollonia und - ganz  klar, was Pollonia denkt und fühlt auf ihren Kater gemünzt: „Für mich bist du der Beste“.

Neben dieser wunderbaren Geschichte sind die Illustrationen und die aufklappbaren Seiten so schön gemacht , dass es nicht schwer fällt, sie zu einem seiner Lieblingsbücher zu erklären.

(Ab 3)

 

Hoch

 

 

An der Schwelle von der Kindheit zur Jugend

Thilo Reffert: "Nina und Paul"

Von Andreas Hartmann

 

Thilo Reffert:

„Nina und Paul“

Little Tiger Verlag

151 Seiten, EUR 10,80 

ISBN 978-3-931081-66-9

 

 

 

Paul, ein etwa zwölfjähriger Junge, ist in eine Klassenkameradin verliebt und zu schüchtern, sie anzusprechen. Nina geht es ähnlich. Nur findet sie es peinlich, in Paul verliebt zu sein, darum möchte sie es sich nicht eingestehen. Alles klar, das klingt nicht aufregend, schon gar nicht neu – weglegen? Nö, dafür ist das Buch zu gut.

Reffert schafft es, eines der wohl am meisten beackerten Themen unterhaltsam zu verarbeiten. Nicht innovativ, nicht hochliterarisch – aber vielleicht gerade deshalb etwas für Jungen wie Paul. Paul läuft nämlich ein wenig neben der Spur. Ständig hat er irgendetwas im Kopf, das er durchdenken muss, und verpasst so, was um ihn herum vorgeht. Klar, dass er in der Schule zu den schwächeren Schülern gehört. Paul ist ein Junge, dem man in der heutigen Zeit wohl Medikamente verordnen würde. Dabei ist er nicht dumm, er denkt sehr lebhaft – nur eben nicht für sein Zeugnis verwertbar.

Paul muss die Klasse wiederholen, während Nina auf das Gymnasium ein paar Orte weiter versetzt wird. Paul muss also am letzten Tag vor den Ferien handeln, sonst sieht er seinen Schwarm nach dem Sommer nie wieder. Nina wiederum traut sich nicht zuzugeben, dass sie auf einem Bauernhof wohnt, umgeben von Misthaufen und Kühen. Trotz aller Hemmnisse verbringen sie den Tag vor den Ferien gemeinsam auf dem Hof von Ninas Eltern. Und irgendwie in dem Gestammel, Um-den-heißen-Brei-Gerede und dem ein oder anderen chaotischen Zwischenfall finden die beiden schließlich doch zueinander.

Nina und Paul sind wie Kinder von nebenan, mit ihren Träumen, Sorgen und Lebensumständen, mit denen sie klar kommen müssen. Dabei verlässt sich Reffert auf seine Fähigkeit, mit präzisen Strichen glaubwürdige Figuren zu zeichnen. Er muss nicht jedes Problem, das einen Teenager heutzutage drücken kann, in seine Geschichte pressen. Seine Charaktere dienen der Geschichte.

Dazu gibt Reffert Nina und Paul Stimmen, die nicht aufgesetzt wirken, so als versuchte ein erwachsener Autor, „hip“ zu klingen. Er vermeidet es, die neuesten Schulhofsprüche zu verwursten, in der Hoffnung, authentisch zu klingen. Das gibt der Sprache der beiden Figuren etwas Zeitloses; etwas, das nicht in einem Jahr hoffnungslos albern weil schon wieder veraltet klingt. Lustig ist übrigens die Idee, dass Nina das Geschehen immer wieder mit einer Reimaufgabe kommentiert, die am letzten Schultag gestellt wurde: „Auf einem Sofa, das ... war, lag ein Kater, der ...“: „Auf einem Sofa, das hundert war, lag ein Kater, der verwundert war“, reimt Nina im Stillen, als sie wieder einmal völlig verwirrt ist. Lädt zum Nachmachen ein!

Als kleiner Gimmick wird die Geschichte gleichzeitig aus Ninas und Pauls Sicht erzählt. Auf den geraden Seiten steht Ninas Variante, Paul berichtet direkt daneben auf den ungeraden Seiten aus seiner Perspektive. So können die Leser während der lustigen Missverständnisse sofort nachlesen, was sich denn die andere Seite dabei denkt. Oder man liest in aller Ruhe ein Kapitel zu Ende, um es dann noch einmal aus der anderen Perspektive zu erleben. Auch das trägt zur leichten Lesbarkeit bei. Dank der unaufgeregten, flotten Sprache ist dieses eher kurze Buch sicher auch für Kinder/Jugendliche geeignet, die nicht zu den Viellesern zählen – oder eben für Kinder wie Paul.

Ach so, ein Problem hatte ich mit dem Buch: Reffert erklärt den Lesern mithilfe von Ninas Vater, einem Bauern, dass moderne industrielle Tierhaltung mit all den Quälereien für die Tiere voll in Ordnung ginge – denn Tiere dürfe man nicht mit Menschen vergleichen. Schade, und zudem eine Stelle, die ein wenig aufgepfropft wirkt. Hätte der Lektor gerne streichen können ...

(Ab 9)

 

Hoch

 

 

Die Traurigkeit eines Schweins

Eine Rezension von Susan Müller

 

Hilke Mayer:

"Olga. Auch ein Schwein darf mal traurig sein"

Mit Illustrationen von Kai Pannen

Kösel 2008, 48 S., Euro 9,95

ISBN 978-3466307975

 

Die Welt ist eigentlich in Ordnung, die Arbeit macht Olga Spaß, sie geht gern mit Freunden aus, sie ist ein aufgeschlossenes, lebenslustiges Schwein. Aber hin und wieder schleichen sich Tage ein, die sich nicht beschreiben lassen, es passiert im Inneren. Ein mulmiges Gefühl, Olga nennt es `Grummeln´ und es macht sie traurig. Und egal, was man auch dagegen unternimmt, es bleibt. Olga redet sich gut zu, das Wetter ist schön und die Sonne strahlt, aber das Grummeln geht nicht ganz weg. Traurig setzt sie sich auf eine Bank, wo sie Ben, der Hund, findet. Und dieser, als ihr Freund, kann sogar das Grummeln in ihrem Bauch hören und das ist ihr sehr unangenehm. Aber Ben tröstet sie und weil auch er dieses Gefühl kennt, nimmt er sie einfach mal ganz fest in die Arme. Siehe da, zwar schleicht sich eine Träne über Olgas Wange, aber das Grummeln hat aufgehört, das Graue in ihrem Bauch ist verschwunden. Wie schön ist es doch Freunde zu haben, die einen auch mögen, wenn man mal nicht nur lustig ist.

"Olga Ein wunderbar gefühlvolles Buch mit tollen Illustrationen, die zum Text passend die Gemütslage des Schweins Olga beschreiben, das einen grauen Tag erwischt hat. Ganz prima wird die Bedeutung guter Freunde gezeigt und vor allem, dass auch ein Schwein mal traurig sein darf.

 

Hoch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
 

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