Nach
„Findet Nemo“ war klar, dass in einer Wissensreihe nun auch noch ein
Wissensbuch über den Clownfisch erscheinen muss, damit unser Kind auch
wirklich nicht nur von Disney sondern auch mit weiterem Häppchen-Wissen
vollgestopft wird.
Nein! So tut man
diesem Buch unrecht, denn der Clownfisch ist ein so interessantes Tier,
dass es in eine "Tierbibliothek", wie sie der Esslinger Verlag
herausgibt, gehört. Also: Durchaus vertretbar!
Dieses Buch, in dem
neben großen bunten Photos auch das Leben des Clownfisches, die
Gefährdung und die Umwelt beleuchtet werden, ist eine für kleinere Kinder
rundum geeignete Wissensaneignung.
(Ab 3)
Gireq Allain:
Der Clownfisch
Mit Photos von
Marie-Paule und Christian Piednoir
Esslinger Verlag 2011
32 S., Euro 9,95
ISBN 978-3480227747
Klar strukturiert
Und spannend: Schlangen, Spinnen,
Schmetterlinge
Von Andrea Miske
Kriton
Kunz:
Entdecke die Schlangen
Natur und Tier-Verlag
2003
48 S., Euro 14,80
ISBN: 978-3931587772
Kriton
Kunz:
Entdecke die Spinnen
Natur und Tier-Verlag
2006
64 S., Euro 14,80
ISBN: 978-3937285436
Thomas
Schmidt:
Entdecke die
Schmetterlinge
Natur und Tier-Verlag
2007
48 S., Euro 14,80
ISBN: 978-3866590250
Kennzeichen der drei
in derselben Reihe erschienenen Bücher zu Spinnen, Schlangen und
Schmetterlingen sind ein klar strukturiertes Inhaltsverzeichnis, schöne,
naturgetreue Fotos und als besondere Attraktion für Kinder die Extras,
vor allem - nach einer spannenden Lektüre - das abschließende Quiz.
Das besondere
Verdienst der beiden Bücher „Entdecke die Spinnen“ und „Entdecke die
Spinnen“ besteht darin, dass sie das Interesse für Tiere wecken, die bei
manchen Menschen Schrecken und sogar Ekel hervorrufen. So machen schon
Überschriften wie „Zum aus der Haut fahren“ neugierig auf den Inhalt des
Kapitels. Die Besonderheiten der Schlangen und Spinnen werden
angesprochen, insbesondere so spannende Merkmale wie ihre Jagdtechniken,
Gifte, Tarnungen und Feinde.
Durch die interessante
Vermittlung fundierter Kenntnisse und dadurch entstehende Vertrautheit
werden Vorurteile und Ängste gegenüber den fremdartigen Tieren abgebaut.
Anders als in den
beiden genannten Büchern liegt der Fall beim dritten Buch. Es handelt
von Schmetterlingen, die sich, anders als Schlangen und Spinnen, großer
Beliebtheit erfreuen. Auch hier bietet das klar strukturierte
Inhaltsverzeichnis eine rasche Übersicht und Orientierung, und es
bestechen die schönen Fotos. Bei der Beschreibung der Besonderheiten
fasziniert besonders das Kapitel „Überlebenskünstler“, das sich mit den
wenig bekannten Eigenarten „Abschreckung“ und „Tarnung“ beschäftigt.
Auch dieses Buch schließt mit zwei „Extras“, dem Besuch im
Schmetterlingszoo mit den Adressen der Schmetterlingszoos in
Deutschland, Österreich und der Schweiz und schlussendlich dem Quiz, bei
dem Kinder ihr Wissen überprüfen können.
Die Rezensentin ist Diplom-Biologin und
Autorin von Sach- und Kinderbüchern.
Wie
empfindlich die wunderschöne Welt ist, in der wir leben!
Gut
dargestellt in "Wunderbare Tierwelt"
Von Anne Spitzner
Márta Szakály:
Wunderbare Tierwelt 1. Tiere und ihre Eigenarten
Stiefel Eurocart 2007
50 S., Euro 6,95
ISBN 978-3-938842-49-2
Márta Szakály:
Wunderbare Tierwelt 2. Tiere und ihre Verhaltensweisen
Stiefel Eurocart 2007
50 S., Euro 6,95
ISBN 978-3-938842-50-8
Das Tierlexikon
„Wunderbare Tierwelt“ sticht sofort vor allem durch die liebevollen,
detaillierten und oft witzigen Illustrationen ins Auge. Auch der Text
ist sehr sorgfältig in dem Anliegen, den Kindern möglichst viel über
Tiere und ihr Leben zu erzählen, sie dabei aber auf keinen Fall zu
überfordern. Die kurzen, bisweilen lustig formulierten Sätze erfüllen
diesen Zweck sehr gut, ebenso wie die anschaulichen Vergleiche, die
Lebensräume oder Verhaltensweisen besser verständlich machen.
Gleich zu Beginn
leitet die wunderschön ausgearbeitete Karte auf der Innenseite des
Buchumschlags ins Thema hinein. Auf ihr kann man das Verbreitungsgebiet
der Tiere ablesen - was ein sehr guter Ansatz ist, um die Wissensgier
der Leser zu wecken und den Entdeckergeist auch schon auf seinen Kosten
kommen zu lassen. Die Karte lädt zum genauen Hinschauen ein.
Ist man dann ins Buch
vertieft, fällt angenehm auf, dass die meisten Fremdwörter erklärt
werden, um die kleinen Leser nicht zu verwirren oder zu entmutigen.
(Zwei nicht erklärte Wörter in einem Satz, das gibt es auch, wie auch
einige Komma- und Rechtschreibfehler). Bisweilen nur angerissene Themen
sind unschönere Aspekte, und ein weiterer überdenkenswerter Makel: Die
starke Übertreibung tierischer Aggressivität. Hat die Autorin in einem
der ersten Kapitel noch dem Menschen die Schuld daran zugeschrieben,
wenn ein Tier ihn angreift, falls der Mensch in dessen Lebensraum
eindringt, so werden u.a. Haie im Kapitel „Die Waffenkammer der Tiere“
nun als „Albtraum aller Surfer“ verunglimpft. Generell wird die
Selbstverteidigung der Tiere, die sich nur gegen Bedrohungen wehren
(also auch gegen Menschen), als Angriffslust dargestellt. Wie sollen die
Kinder da lernen, der Natur ohne Angst gegenüberzustehen, wenn ihnen nur
Gefahren gezeigt und jedem Tier boshafte Absichten unterstellt werden?
Von „häufigen“ Angriffen der Haie auf Menschen kann keine Rede sein –
wie viele Haie werden denn vergleichsweise von Menschen getötet?
Eigentlich ist das „Feindbild Hai“ in der heutigen Wissenschaft
vollkommen überholt. Es sollte nicht auch noch der nächsten Generation
eingeimpft werden.
Dieses Kapitel wirft
leider einen Schatten auf den Gesamteindruck des Buches, das an sich
wunderbar gelungen ist – vor allem, weil den Kindern auch auf den ersten
Blick „hässliche“ Wesen näher gebracht werden, sowohl durch die Bilder
als auch durch den Text. Außerdem wird ihr Sinn dafür geschärft, wie
empfindlich die wunderschöne Welt ist, in der wir leben, und es wird
mehrere Male betont, dass es unfassbar wichtig ist, die Tiere zu
schützen und die Natur zu bewahren.