„Mein erstes Kosmos Himmelsjahr: Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf“
Kosmos Verlag 2009
59
Seiten, Euro 6,95
ISBN 978-3440117651
(librikon) Der Blick
hinauf zu den Sternen ist für Kinder ein Ereignis. Sich ins Gras legen
und in den Sternenhimmel schauen! Und dann fängt kind langsam an, die
ersten Himmelsbilder zu sehen und ihre Namen zu hören, und das Interesse
an ein wenig Astronomie ist da. „Mein erstes Kosmos-Buch Himmelsjahr“
beantwortet alles, was Kinder und Eltern zunächst wissen möchten. Der
Leitfaden ist: Wo findet man einen Stern zu welcher Jahreszeit? Eine
Reise durch das Jahr, Monat für Monat, treten die kleinen Astronomen an.
Mit den jeweiligen Himmelskarten, die sich verändern und sich doch um
ein Zentrum drehen – hochspannende Fragen tun sich auf. Das, was
vorgestellt wird (und auch immer die Extra-Themen wie „Sternschnuppen“),
kann man nach dem Lesen sehen und leibhaftig erfahren; die Auswahl in
dem Büchlein ist sehr gut getroffen.
Mit ein bisschen
Übung! Das Büchlein, handlich, mit praktischem, abwaschbarem
Schutzumschlag, ist richtig etwas zum Mitnehmen und mal kurz, auch
wenn’s den Blick in den Himmel stört (Großstadtkinder werden von den
Autoren übrigens berücksichtigt), Taschenlampe an und nachgucken, ob man
auch alle Sterne richtig benennt. In einer Zeit, in der es common sense
ist, dass Eltern keine Zeit mehr für ihre Kinder haben sollen, muss ein
solches Buch auch für das auf sich gestellte Kind funktionieren (auch
wenn dann in der Dunkelheit der Blick aus dem Fenster genügen muss).
Auch das tut es. Man muss kein Astrophysik-As sein, um sich in diesem „Himmelsjahr“-Buch
zurechtzufinden.
Das einzige, was
wirklich schade ist und unverständlich: Dass in der Einführung
klugerweise darauf hingewiesen wird, dass man sich an den großen
Sternenbilder zu orientieren habe, dann aber fehlen genau diese
Sternenbilder in den Karten zu den jeweiligen Monaten. Die Ausschnitte
aus dem südlichen Sternenhimmel sind immer kurz unterhalb der
Orientierungspunkte abgeschnitten. Warum? Wie kann das sein? Warum wurde
hier an falscher Stelle Platz gespart?
Doch das ist die
allereinzige Kritik. Das "Himmelsjahr"-Buch trägt sein Thema zum kleinen
Leser, weckt dessen Neugier und macht richtig schlau.
Begeisterung, die
ansteckt, Sachwissen, das überzeugt
Helmut Hornung:
"Streifzüge durch das All"
Von Anne Spitzner
Helmut
Hornung
„Streifzüge durch das All“
dtv 2008
320 S., Euro 12,95
ISBN: 978-3423623704
In seinem Buch „Streifzüge durch das
All“ stellt der Autor Helmut Hornung den jungen Lesern den Kosmos vor.
Das tut er auf eine Weise, die einem zugleich das Wissen in den Kopf
stopft, die aber trotzdem so süchtig macht, dass man kaum noch mit dem
Lesen aufhören kann – und das will bei einem Sachbuch ja wahrhaftig
etwas heißen!
Man merkt Hornung das Staunen über
den Kosmos bei jedem einzelnen Satz an, und dieses Staunen und diese
Begeisterung überträgt er mühelos auf den Leser. Sie ist so ansteckend,
dass sogar ich, obwohl ich mich nie für Sternguckerei interessiert habe,
mit den im Buch enthaltenen kleinen Orientierungskärtchen im Garten
stand und nach den dort verzeichneten Sternen, Sternbildern und Galaxien
gesucht habe. Das Buch enthält aber nicht nur Berichte über das Leben
und Sterben von Sternen, über die Geschichte des Kosmos und die Beschreibung
der Planeten unseres Sonnensystems, sondern auch zum Beispiel die
Geschichte der Namen, die die Sterne haben – sie sind ja zumeist auf
mythologische Gestalten zurückzuführen, die mit ihnen in Verbindung
gebracht wurden.
Außerdem bietet „Streifzüge durch
das All“ viele praktische Tipps für junge Sterngucker (und solche, die
es werden wollen). Vom Kauf eines richtigen Fernglases über eine
Erklärung der Funktionsweise eines Teleskops bis hin zu den eben
erwähnten Sternkarten, von Adressen über Buchtipps bis hin zu
Zeitschriften und Internetadressen ist hier alles dabei. Es fehlt nicht
an atemberaubend schönen Bildern aus der Tiefe des Weltalls, auch aus
dem eigenen Fundus des Autors. Allein sie machen das Buch schon
sehenswert, sind aber bei weitem nicht das Tollste daran.
Denn das Tollste an dem Buch ist in meinen Augen
der leichtfüßige Stil Helmut Hornungs, der von Planet zu Planet, von
Wissenshappen zu Wissenshappen hüpft und doch nie belehrend oder gar
besserwisserisch erscheint. Von den vielen Fremdwörtern, die man nun mal
verwenden muss, wenn man ein wissenschaftliches Thema einigermaßen
seriös erklären möchte, benutzt er nie zu viele auf einmal, und er
verwendet sie immer nur in Verbindung mit präzisen und gleichzeitig
leicht verständlichen Erklärungen.
Es gibt wohl nicht viele
Sachbuchautoren, die ein derartiges Buch hätten schreiben können – es
ist einer der seltenen Fälle, in denen ein anspruchsvolles Sachbuch auch
für Laien verständlich ist – und spannend ist es auch noch. „Streifzüge
durch das All“ hat einen riesigen Hochdaumen verdient und ist ein
Supertipp für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie unser Kosmos
außerhalb der Erdatmosphäre aussieht.