Monika Felten: "Wolkentänzer: Das geflügelte Fohlen"
Monika
Felten:
"Wolkentänzer: Das geflügelte Fohlen"
Gebundene Ausgabe
192 Seiten, Euro 8,95
Thienemann 2011
ISBN 978-3522501569
(ms) Mehr Event als
Buch, wenn man das Cover betrachtet: Das „Wolkentänzer“ glitzert auf dem
Titel. Das Titelbild ist ein Fohlen mit ebenfalls glitzernden Flügeln.
Und der Inhalt ist genau so, wie es der Titel verspricht. Das bedeutet:
Dass dieses Buch nicht als ein großes Kulturgut, nicht als die
literarische Errungenschaft im Genre Pferdebücher gedacht war. Und da es
den Käufer und den Leser also nicht betrügt, ist es mehr als erlaubt.
Malte und Jenny finden
ein verletztes Fohlen mit Flügeln. Das Fohlen ist ein Pegasus, dem die
Herde abhanden gekommen ist. Und ohne seine Herde droht es, von einer
Hexe getötet zu werden, einer Hexe, die das Blut des Pegasus trinken
will - sie wird dadurch unsterblich. Also müssen nun Jenny und Malte das
Fohlen beschützen. Vor den bösen Schatten, die der Hexe gehören und
natürlich auch vor der Hexe selber. Ein wilder Kampf entbrennt. Wer bei
diesem schrecklichem Kampf gewinnt, nun, das ist ja eh klar: Jenny und
Malte (das Buch hätte ja sonst noch weniger Sinn, als es eh schon hat.)
Auch damit erfüllt
„Wolkentänzer“ das typische Pferde-Mädchen-Fantasy-Buch-Klischee. Dass
ein Junge hier die zweite Hauptrolle spielt, ist an sich Irrsinn; kein
gewöhnlicher Junge reitet heutzutage noch, keiner liest solche Bücher.
Ansonsten passt es ganz gut: Mädchen findet Fohlen mit Flügeln, rettet
es und alle sind happy. Natürlich gibt es am Ende noch ein paar Tränen,
weil das Fohlen ja weg muss, aber ansonsten…
„Wolkentänzer“ ist ein
Buch zum Nebenbei-Lesen. Man liest es schnell, und es ist spannend.
(Ab 8)
Und
wie alles, was wir von Conni kennen
Liane Schneider:„Conni
und ihr Lieblingspony“
Liane
Schneider:
„Conni und ihr
Lieblingspony“
Mit Bildern von Eva
Wenzel-Bürger
Gebundene Ausgabe
Carlsen Verlag 2011
32 Seiten, Euro 9,90
ISBN 978-3551516749
(ms) Conni wird älter!
Zwar wächst Conni nicht in dem Tempo der eigenen Kinder, doch bleibt
Conni ein Kind seiner Generation. Conni reitet mittlerweile. Und wie
alles, was wir von Conni kennen, ist auch diese Geschichte sehr gut
recherchiert, und die Einzelheiten sind wieder aus dem Leben eines
Kindes gegriffen. Das erzeugt diese Lust auf „Conni“-Bücher bei Kindern,
und zwar, das muss man erstmal schaffen, bei Kindern von zwei bis (je
nach intellektueller Auffassungsgabe) acht Jahren. So auch angesichts
dieses Buches. Alles, was passiert im Reitstall und rund um Connis
Reitkünste sowie den Problemen mit ihrer Freundin, ist so nahe an der
Realität und doch durch die rosarote Brille (allein die reizend
verkleideten Kinder bei der Reitvorführung!), dass dieses Buch sowohl
Kindern Spaß macht, die keine Ahnung von Pferden haben, als auch jenen
Kindern, die Pferdenarren sind. Normalerweise trägt eine solche
Überzeichnung der Wirklichkeit im literarischen Geschäft den Namen
Satire - hier aber ist ernstgemeint, was Conni treibt und widerfährt.
Bei Eltern sorgt das für eine enorme Ambivalenz bei Eltern, vom
Kopfschütteln bis befreiendem Lachen.
(Von 2 bis 6 Jahren)
Ein Buch für
Fans
Katrin Kaiser: Meredith Michaels-Beerbaum - Pferde sind
mein Leben
Katrin Kaiser:
„Meredith Michaels-Beerbaum – Pferde sind mein Leben“
Schneider Verlag 2008
127 Seiten, 9,95 Euro
ISBN 978-3-505-12523-2
(ms)
Meredith Michaels-Beerbaum hatte schon ein interessantes Leben, bevor
sie die erfolgreichste deutsche Springreiterin wurde. Wer Interviews mit
ihr gehört hat, weiß auch, wo sie dieses Leben geführt hat: In Amerika.
Genauer gesagt: In Kalifornien. "Pferde sind mein Leben" beschreibt
Michaels'
Jugend - wie sie zum ersten Mal geritten ist, wie sie ihr erstes eigenes
Pferd gekriegt hat und wie sie sich dann zur Weltrangliste-Ersten entwickelt
hat. Selbstverständlich geht es nicht nur um sie, sondern auch um
ihre Pferde. Lustige, aber auch traurige
Geschichten, über die Eigenarten und den Charakter sämtlicher Pferde,
die Meredith Michaels-Beerbaum etwas bedeutet haben, wie beispielsweise die Stute
Vogue (die leider nach einer Kolik sehr jung eingeschläfert werden
musste).
Und natürlich kommen auch die
Erfolgspferde Shutterfly und Checkmate nicht zu kurz. Dieses Buch ist
eine unkomplizierte Biographie über Meredith Michaels-Beerbaum, die die
Erfolgsreiterin noch
sympathischer auf junge Pferdefans wirken lässt.
Obendrauf als Zugaben: Photos von Meredith Michaels-Beerbaums Pferden und aus ihrem Leben;
die Auflistung sämtlicher Siege. Außerdem hat sie Springtipps für junge Reiter aufgeschrieben, die
unbedingt lesen muss, wer davon träumt, in diese großen Reiterfußstapfen
zu treten. (Womit das Buch mehr tut als die gesamte Deutsche
Reiterliche Vereinigung, deren Sichtungen ein Musterbeispiel an
Funktionärssklerose sind; wer einen Wasserkopf finanziert, scheint in
einem Land voller guter Pferde und talentierter junger Reiter das
Zusammenbringen beider in den Hintergrund zu schieben - das nur
nebenbei; im Buch gibt es keine kritischen Worte zum Reitsport. Hier
geht es um Begeisterung und Pferdeliebe) Der Amazonennachwuchs steht
nach der Lektüre bereit, keine Frage.
Zwischenmenschlich und zwischenpferdlich haut alles hin
Heather Brooks: "Wild Horse Ranch. Ein
stürmischer Anfang"
Heather
Brooks:
"Wild Horse Ranch. Ein
stürmischer Anfang"
Coppenrath 2010
240 Seiten, Euro 9,95
ISBN 978-3815798423
(librikon) Woraus
besteht der Cocktail, aus dem Pferdebücher für Mädchen sind? Wäre dies
ein Workshop zum Verfassen solcherart Bücher, „Ein stürmischer Anfang“
müsste als Schulungsmaterial gereicht werden.
Emily fährt mit ihrem
Vater (Mutter ist tot) zum ersten Mal zu ihrer Tante, Schwester des
Vaters. Sie führt den Hof, hier –besser-: die elterliche Farm. Ihr
Bruder hat sich all die Jahre nicht sehne lassen, aber zur Beerdigung
von Old Daddy kommt er. Und, bitte nicht den Lesern im Zielgruppenalter
verraten, er bleibt, für immer. Mit Emily. Bei all den herrlichen
Pferden, und obwohl die Tante raubeinig ist und Emily den
reitmädchenüblichen Mist baut, nähern sich die beiden an.
Zwischenmenschlich und zwischenpferdlich haut alles hin.
Und die Leserinnen, um
die zehn, träumen sich rein, lesen das Buch immer wieder.
Was soll man als
Literaturkritiker sagen? Dieses Buch macht der Gattung alle Ehre und
lässt keine Irritation zu: Hilflos steht man vor einem solchen Buch, das
unverwüstlich, ironiefrei und richtig etwas für junge
Pferdeliebhaberinnen ist.
(librikon) Ein
Mädchen, es heißt Shelby, lebt und reitet in Australien. Ihre Erziehung
ist nicht einfach, denn Shelby ist inkorrekt, auf ihren eigenen Vorteil
bedacht, schätzt wenig die Vernunft der Erwachsenen, und sie kann nicht
mit Geld umgehen. Da setzt, wir schreiben das 21. Jahrhundert, die
Erziehung durch ihre Eltern an. Wenn sie im Supermarkt die Einkäufe
einigermaßen richtig zusammenzählt, kriegt sie einen Chuppa
Chups-Lutscher. Wenn die Mutter gute Laune hat, bekommt sie ihn auch bei
einer falschen Antwort. Shelby stammt eben aus dem echten,
inkonsequenten, kommerzkranken Leben. Ihre Freundinnen, wenn man sie,
mit denen Shelby von Eifersüchteleien geprägten Beziehungen pflegt, so
bezeichnen will, auch: Erin kriegt vom Vater das Handy weggenommen, so
dass sie nicht mehr bei „Australian Idol“ mitvoten kann, und nur Lindsey
kriegt den guten alten Hausarrest. Sie nämlich kommt vom Reiterhof, und
auf dem läuft die Handlung dieser Serie zusammen. Dort stehen Unmengen
an Pferden, dort gibt es verwöhnte Weibsen und kernige Hufschmiede, es
gibt große Koppeln, viel Land und die Freiheit auf dem Rücken der
Pferde. Die Konflikte entstehen aus Shelbys Reitleidenschaft und ihren
o.g. Charakterzügen. In „Anfängerglück“ kommt sie mit ihrem Pony Blue in
den Stall, als Ergebnis bricht sich Lindsey das Schlüsselbein, in
„Heißes Eisen“ kauft sie heimlich auf einer Auktion ein unreitbares
Pony, in „Pferdestehlen“ haut das Pferd, für das Shelby verantwortlich,
ist ab.
Soweit wir uns ein
Urteil erlauben können - in diese Rezension sind nicht miteingeflossen
Band 1 „Ponytausch“ und Band 5 „Glänzende Aussichten“; beide lagen uns
leider nicht vor (wir raten vom Kauf daher ab, da Pferdestories dieser
Art natürlich immer geschmackliche Wackelkandidaten sind): Die drei
geprüften Bücher der Serie aber „Anfängerglück“, „Heißes Eisen“ und
„Pferdestehlen“ sind passgenau ein Lesestoff für Mädchen ab 9, der im
Genre Pferdebücher zum Besseren zählt.
(Ab 9)
Zeug zum Idol
Kathy Helidoniotis: "Pferdeverrückt - Hin und weg"
Kathy
Helidoniotis
„Pferdeverrückt - Hin und weg“
dtv 2009
256 S., Euro 7,95
ISBN: 978-3423623957
(jw) Eine australische
Autorin, deren erstes Buch einer mehrbändigen Serie auch in Australien
spielt. Die elfjährige, sehr selbstbewußte Ashleigh erzählt ihre - fast
authentisch wirkende - Geschichte vom Umzug aus der Stadt auf das Land
und wie sie ihr erstes Pferd bekommt, spannend und mit dem Zeug dazu,
ein
Idol für ihre Leserinnen zu werden. Lediglich das Ende des Buches ist nicht richtig
rund, und das liegt daran, dass offensichtlich der Übergang zum nächsten Band
erleichtert werden soll. Erlaubt ist es dadurch nicht, und ein
wirklicher Abschluss der begonnenen
Geschichte ist zu vermissen. Die begeisterten Leser werden sich vom
Virus Ashleigh infizieren lassen und mehr wollen.
Auch in der Gestaltung
wurde an sie gedacht: Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt und in
großer Schrift gedruckt. Alles in allem für kleine Reiterinnen
empfehlenswert!
(Ab 8)
Pferdekauf, wie
er ist
Und die Gefühle
einer Teenagerin: "Entscheidung fürs Leben"
Margot
Berger: "Entscheidung fürs Leben - eine wahre Pferdegeschichte"
Ensslin 2009
157 S., € 8,95
ISBN
978-3401453699
(jw) Es handelt sich wohl tatsächlich um eine wahre
Pferdegeschichte:
"Entscheidung fürs Leben - eine wahre Pferdegeschichte"
von Margot Berger. Sie sollte
wegen ihrer Realitätsnähe von Kindern und am besten auch von deren
Eltern, die ihnen ein Pferd kaufen möchten, quasi als "Ratgeber" gelesen
werden.
Die spannend geschilderte Geschichte um Hannahs
Pferdekauf wird immer wieder unterbrochen von den e-mails, die sie sich
mit ihrer Freundin schreibt. Für pferdebegeisterte Mädchen ein gutes
Buch, das die Härte des Pferdehandels mit den Gefühlen einer Teenagerin
schön verbindet.
Schlecht für die Katzendiebe, gut für die Leser:
Auch der zweite Band von Lord Hopper gefällt
Michaela Hanauer:
Lord Hopper. Ein Pony überlistet die
Katzendiebe
Thienemann 2009
· 126 S.,
8,90.-
ISBN: 978-352218495
(jw) Der zweite Band von "Lord Hopper“, betitelt mit „Ein
Pony überlistet die Katzendiebe" von Michaela Hanauer ist da! Er ist die
Fortsetzung des hervorragenden ersten Bandes, und wieder ist das Pony
Lord Hopper die Hauptperson und auch der Erzähler. Zu Beginn wird an den
ersten Band angeknüpft, den man aber nicht gelesen zu haben braucht, um
den zweiten zu verstehen. Was allerdings schade wäre, weil beide schön
mit Humor und Spannung in großer Schrift geschrieben und für Erstleser
zu empfehlen sind. Mit sehr hohen Erwartungen geht jeder, der Band 1
kennt, an den nächsten Fall des Pony-Detektives, und, nun ja, man muss
schon sehr spitzfindig sein, um den ersten Band spannender zu finden
(was mir, als übergenau arbeitende Rezensentin nach zwei vergleichenden
Lektüren gelang)
Auf Gut Apfelbaum, Lord Hoppers Heimat, werden
Katzenbabys gefunden. Wem gehören sie? Wie kommen sie dahin? Lord Hopper
zieht in bester Detektivmanier aus Indizien seine Schlüsse. Schlecht für
die Katzendiebe: Sie werden von Lord Hopper gejagt und enttarnt.
Verschlungen, geschmunzelt, gelacht, gefreut: Auch „Lord
Hopper“ 2 ist ein Buch für Leser mit Geschmack. Hoffentlich kommen noch
weitere Geschichten dieser endlich mal völlig anderen Pferdebücher, für
die man gar kein Pferdefan zu sein braucht, um sie toll zu finden.
Besorgen!
„Lord Hopper“
Michaela Hanauer:
Lord Hopper. Ein Pony ermittelt
Thienemann 2008
· 126 S.,
8,90.-
ISBN: 978-352218024
(jw) „Lord Hopper“ von
Michaela Hanauer ist mit zwei Worten exakt bewertet: Sehr
empfehlenswert. Es ist lustig, es ist völlig anders als die anderen
Pferdebücher, es ist schön flüssig zu lesen. Ein Pony - Lord Hopper -
ist die Hauptperson und erzählt seine Geschichte, in der er wie ein
Detektiv einen Fall löst, weil er zunächst selbst verdächtigt wurde. Als
Zielgruppe Grundschüler, diesmal auch Jungs. Ich kann nur zuraten zu
diesem Buch. Besorgen!
Insgesamt sehr in Ordnung
„Kira“: Eine Ponyhof-Reihe
Boris
Pfeiffer: Kira und Buttermilch
Kosmos 2003
80 Seiten, 7,95.-
ISBN: 3440096483
Boris
Pfeiffer: Kira und das Geisterpferd
Kosmos 2003
80 Seiten, 7,95.-
ISBN: 3440096491
Boris
Pfeiffer: Kira, der Wirbelwind
Kosmos 2004
80 Seiten, 7,95.-
ISBN: 3440097560
Boris
Pfeiffer: Kira rettet das Traumpferd
Kosmos 2005
80 Seiten, 7,95.-
ISBN: 3440101908
(jw) „Kira und“ – tja, „und…“ allerhand: Es ist eine
Reiterserie mit vielen Bänden. Mir lagen die Bände 1 („Kira und
Buttermilch“), 2 („Kira und das Geisterpferd“), 4 („Kira, der
Wirbelwind“) und 8 („Kira rettet das Traumpferd“) vor.
Alle diese Bücher sind schön flüssig zu lesen. Für die
Zielgruppe der selbst lesenden Zweitklässlerinnen haben die Kapitel und
die gesamten Bücher sicherlich die richtige Länge. Die Handlung ist
ausreichend spannend, natürlich erwartungsgemäß etwas pferde-kitschig.
Aber das ist auszuhalten.
Ein echtes Problem stellt sich: Pferdekundige Leser, die
die „Kira“-Bände sicherlich auch in die Hände bekommen werden, könnten
sich wegen der doch mangelnden Sachkenntnis des Autors leicht wie im
falschen Film bzw. Buch vorkommen. Dass zum Beispiel ein Pferd keine
Schnauze, sondern ein Maul hat und im Trab keine Sprünge, sondern Tritte
macht, hätte der Autor, Boris Pfeiffer, leicht herausfinden können.
Wieso habe ich die Bücher eigentlich nicht bekommen, bevor sie gedruckt
wurden? Doch ohne Flachs – so etwas muss doch nicht sein! Auch beim
Kosmos-Verlag wird es ja wohl jemanden geben, der ein Pferd schon mal
aus der Nähe gesehen hat.
Wer von den Lesern jedoch keine Ahnung von Pferden hat,
dem werden die Patzer nicht auffallen. Die Kira-Bände sind ansonsten
pädagogisch ja sehr hübsch – etwa, dass die beste Freundin von Kira die
Tochter eines türkischen Taxifahrers ist. Das kommt ganz ohne erhobenen
Zeigefinger an und ist daher sehr in Ordnung. Und die Bilder sind
wirklich gut. Also insgesamt gelungene Bücher!
Anders als bekannte Kost
Isabell Werth hat
ein Kinderbuch geschrieben
Isabell
Werth: Lottchen und Lea
Hamburger
Kinderbuchverlag 2007
8 S., 14, 95.-
ISBN-13:
978-3866310032
(jw) „Lottchen und Lea“ von Isabell Werth ist von Ulrike
Heyne mit netten, farbigen Bildern ausgestattet worden, auf jeder
Doppelseite findet sich eine Seite Text, eine Bild – eine hübsche,
lesefreundliche Gestaltung.
Der Beginn der Geschichte um das Mädchen Lea und das Pferd Lottchen ist
anders als bekannte Kost: Leas Eltern trennen sich, Lottchen wird von
ihrem armen, alten Besitzer zum Ponyhof gebracht. Beide sind enttäuscht,
wollen niemanden an sich heran lassen. Lea fährt mit der Mutter zum
Ponyhof, dort entwickeln sich die Geschehnisse wie zu erwarten: Für
kleine Leser wunderbar, im Genre der Pferdeliteratur ein wenig süßlich.
Eine klassische Mädchen-Pferd-Beziehung also macht den Hauptteil aus.
Ganz zum Ende hin wird’s etwas holprig; auf der vorletzten Seite spielt
Lottchen plötzlich keine Rolle mehr, Lea hat ja neue Freunde. Auf der
letzten Seite taucht der Vater wieder auf. Zitat: "Es war für Lea keine
große Überraschung, als ihr Papa mit dem Auto auf den Hof fuhr, um sie
und Mama abzuholen und nach Hause zu bringen. Ihre Mutter hatte ihr das
am Morgen erzählt." Danach kommen gerade mal noch acht Zeilen und das
Buch ist an seinem schwachen Ende angekommen. Im Nachwort von Isabell
Werth steht lediglich, sie sei von Kindesbeinen an mit Pferden
aufgewachsen. Nun, das sind viele. Von mehreren Olympiasiegen usw. wird
gar nichts erwähnt. Die potenziellen Leserinnen werden sie aber wohl
ohnehin kennen. Ein bisschen, aber nicht konkret wird der Anschein
erweckt, es sei eine Fortsetzung geplant. Das wäre schön. Denn „Lottchen
und Lea“ sticht
heraus, und wer ein pferdebegeistertes Mädchen im Alter von 6 bis 9 zu
beschenken hat, der sollte es mit diesem Buch tun.
Ohne
besondere Vorkommnisse
Lisa
lernt reiten und vielleicht auch lesen
Katja
Schmiedeskamp:
Lisa lernt reiten.
Lesetufe 1
Ueberreuter 2008
32 S., Euro 4,95
ISBN: 978-3800053995
(jw) „Lisa lernt reiten“ von Katja Schmiedeskamp soll Lesestufe 1 sein.
Keine Ahnung davon zu haben, was die bieten muss, ist keine Schande:
Alle Substantive, Lisa und ihre Reitlehrerin sind durch kleine Bildchen
ersetzt. Lernt man heutzutage so lesen? Die Geschichte ist ganz
schlicht. Lisa hat halt ihre erste Reitstunde, ohne besondere
Vorkommnisse. Handlung und bunte Bilder sind in ihrer Tendenz eher
begeisternd für Vier- bis Fünfjährige. Die zählen aber wohl noch nicht zur
Zielgruppe, lernen aber manchmal auch schon reiten (und lesen).
Happy-End: Ein Mädchenponybuch
Anne
Bachner:
Klara und Krümel. Ein Pony und zwei kleine Wunder
Loewe Verlag 2007
151 S., Euro 7,90
ISBN 978-3785558638
(jw) „Klara und
Krümel“ von Anne Bachner ist nichts Außergewöhnliches, aber schön
herunterzulesen. Ein Mädchen, ein paar Ponies, ein bißchen "Dramatik"
bei einer Zwillings-Pony-Geburt, ein Turnierstart, zwei
Liebesgeschichtchen zwischen den Erwachsenen und natürlich das totale
Happy End. Ein Mädchenponybuch, wie es einfach ab und zu neu geschrieben
werden muss.
Sehr
professionell, sehr gelungen!
Und die Zielgruppe gut getroffen
Sabine
Gistl / Florian Wagner:
Der Feuerritter. Ein unglaubliches Abenteuer auf Schloss
Kaltenberg
Wu-Wei Verlag 2007
128 Seiten, Euro 19,80
ISBN 978-3930953356
(jw) Die Autorin des schön gestalteten Buches „Der
Feuerritter“ kann nicht leugnen - und versucht es auch gar nicht -, dass
sie Designerin ist. Die äußere Form (ganz viele Fotos, alle kompliziert
bearbeitet, und einige Zeichnungen) steht im Vordergrund und ist mal
etwas völlig anderes; sehr professionell und gelungen. Die Handlung ist
kurz, sie vermischt wundervoll die Realität mit Historie und Fantasie.
Die Autorin wurde wohl von ihrem 7jährigen Sohn inspiriert, dessen
Altersgenossen sind die gut getroffene Zielgruppe. Wohlgemerkt Jungs!
Die Pferde sind nur zum Tragen der Ritter da, es geht um Action und
nicht um ‚Eititei’. Zwischen den kurzen, schön luftig und groß für
Erstleser geschriebenen Kapiteln wird das Mittelalter kurz und
verständlich erklärt. Zum Schluss folgen dann auch Erläuterungen zu
Redewendungen und alten Berufe. Auf den Verlag, der Besonderes
verspricht und mit „Der Feuerritter“ bietet, ist in Zukunft weiterhin zu
achten!
Noch
nicht abgeschlossen:
Amazone Alexa
Gaby
Hauptmann:
Alexa – die Amazone
Band 1: Die große Chance
Baumhaus Medien 2007
285 S., Euro 12,90
ISBN 978-3833936906
Gaby
Hauptmann:
Alexa – die Amazone
Band 2: Die große Herausforderung
Baumhaus Medien 2007
288 S., Euro 12,90
ISBN 978-3833936913
Der Serientitel "Alexa - die Amazone" ist natürlich
katastrophal - wenn man sich dann aber doch zwingt loszulesen, sind
beide Bücher (die ersten zwei der Reihe sind erschienen) nicht schlecht.
Für die Zielgruppe der 16jährigen Mädchen (m.E. eher jünger) sicherlich
interessant. Der Kommentar der Autorin trifft es am besten: "Ein
bisschen Lehrbuch, dazu viel Roman, mit tollen Pferden, heftigem
Verlieben und vielen neuen Lebenserfahrungen".
Die gelegentlichen Bezüge zur Realität hätte sie besser
weglassen sollen: Das Aachener Turnier mit realen Reiter-Promis ist
dabei vom Hochsommer in den Spätherbst verrutscht. Mal sind die Orte der
Handlung so weit entfernt, dass man entweder einen Tag mit dem Zug
braucht oder besser fliegt. Dann wechseln die Figuren aber doch wieder
problemlos die Orte... Aber es ist ja auch ein Roman und keine
Dokumentation. Harald, eine der wichtigen Figuren, ist - genauso wie
alle Pferde - viel zu toll geraten, das wirkt übertrieben. Der erste
Band ist alleine standfest. Der zweite Band fasst zunächst die Handlung
des ersten ganz kurz zusammen und endet dann aber mitten in einer
Szenerie, die noch abgeschlossen werden könnte. So schreit es etwas zu
stark nach Fortsetzung, von der aber (noch) keine Rede ist.
Die
total verhexte Reitschule.
Vorsicht, freche
Fohlen!
128 Seiten
Egmont Franz Schneider
Verlag (Juli 2007)
ISBN-10: 3505123668
ISBN-13:
978-3505123665
EUR
7,90
Der Verlag über das
Buch:
Brandas niedliches
Fohlen Blina erobert im Galopp die Herzen von Jule, Michelle, Jana und
Franziska. Aber Fohlen sind in dem Sportinternat nicht erlaubt! Die
Hexen setzen alles daran, dass Blina bleiben darf. Doch dann taucht
plötzlich ein zweites Fohlen auf. Jetzt kann nur noch ein genialer
Hexentrick verhindern, dass die Fohlen Rösselsburg verlassen müssen...
Sarah
Bosse
Paul und Sina in den Reiterferien
Ab 7/8 Jahren, 72 Seiten
Durchgehend farbig illustriert von Anne
Ebert
7,50 EUR [D]
ISBN 978-3-401-08657-6
Der Verlag über das Buch:
Endlich Ferien! Paul und Sina sind Feuer
und Flamme, weil sie zur Pferdefreizeit ins Zeltlager dürfen. Denn dort
gibt es freche Ponys, klasse Pferde und abends spannende Geschichten am
Lagerfeuer. Wenn nur diese Angeberin von Alex endlich mal ihre Klappe
halten würde. Doch dann gerät Alex in große Schwierigkeiten und Paul und
Sina müssen nicht lange überlegen, um zu wissen, was zu tun ist